ibnu-musafir.com

Der Anstand bei der Nasihah

Hauptteil · Volltext-Kapitel aus dem Buch Ratschläge der Salaf · Als PDF lesen

Eine korrekte und aufrichtige Nasihah ist unbezahlbar. Aber nicht selten gibt es Muslime, die noch nicht ausreichend von ihrer Jahiliyyah Abstand genommen haben und für ihre innere Unruhe ein Ventil suchen, dem sie dann z. B. den islamischen Anstrich einer Nasihah geben.

Wenn sie ermahnen, dann machen sie das möglichst öffentlichkeitswirksam und versuchen, ihr Gegenüber vor allen Menschen bloßzustellen, werden aber nicht müde zu bekräftigen, dass sie bloß eine Nasihah geben wollen.

Dabei ist das nicht unser Din und unsere Methodik. Es kann stellenweise erforderlich sein, falsches Verhalten einer Person aufzuzeigen, wenn diese z. B. einen allgemeinen Schaden am Din verursacht - aber das erfordert ein gewisses Maß an Wissen und die entsprechende Fähigkeit zum Umgang mit solchen Dingen.

Vor allem darf es aber nicht darum gehen, vor möglichst vielen Menschen in erster Linie sich selbst als den Besten und den anderen als den Schlechtesten darzustellen.

Heute sehen wir hingegen, dass gerade die Unwissendsten es sich zum Sport machen, ohne Unterlass „Nasihah“ zu geben, oft mit äußerst schlechtem Verhalten. In Wirklichkeit geht es den meisten darum, sich selbst zu erheben, indem man andere erniedrigt.

Ibnu Abi d-Dunya erwähnt in seinem Buch „al-Amru bi l-Ma'ruf wa n-Nahyu 'ani l-Munkar“, dass 'Abdu r-Rahman ibnu Musarrif sagte:

عَنْ عَبْدِ الرَّحْمَنِ بْنِ مُصَرِّفٍ، قَالَ: «كَانَ الْحَسَنُ بْنُ حَيٍّ إِذَا أَرَادَ أَنْ يَعِظَ أَخًا لَهُ كَتَبَهُ فِي لَوْحٍ وَنَاوَلَهُ»

„Al-Hasan ibnu Hayy pflegte, wenn er einen seiner Brüder ermahnen wollte, dies auf eine Tafel zu schreiben und ihm diese zu reichen.“

Ibnu Abi d-Dunya erwähnt im selben Buch, dass Sulayman al-Khawwas sagte:

قَالَ سُلَيْمَانُ الْخَوَّاصُ: «مَنْ وَعَظَ أَخَاهُ فِيمَا بَيْنَهُ وَبَيْنَهُ فَهِيَ نَصِيحَةٌ، وَمَنْ وَعَظَهُ عَلَى رُءُوسِ النَّاسِ فَإِنَّمَا فَضَحَهُ»

„Wenn jemand seinen Bruder unter vier Augen ermahnt, so ist dies eine Nasihah. Wenn ihn jedoch jemand vor allen Leuten ermahnt, so hat er ihn nur bloßgestellt.“