Die Selbstgefälligkeit vieler Muslime
Es scheint in Mode gekommen zu sein, von sich selber in den höchsten Tönen zu sprechen und sich als etwas Besonderes hervorzuheben.
Im krassen Gegensatz dazu hatten die ersten Generationen der Muslime Angst, Heuchler zu sein. Sie zogen sich immer wieder selber zu Rechenschaft und haben so sehr ihre eigenen Sünden betrachtet, dass sie demütig in großer Sorge um sich selber waren - und das bei ihrer Vortrefflichkeit!
Und dann sieht man heutzutage irgendwelche Personen, die um ein Vielfaches mehr Grund zur Sorge haben müssten. Sie sprechen und leben so, als hätte die Welt sehnsüchtig nur auf sie gewartet, weil sie ja angeblich so unfassbar tolle Individuen sind.
Ibnu Abi d-Dunya erwähnt in seinem Werk „Muhasabatu n-Nafs wa l-Izra'u 'alaiha“, dass Yunus ibnu 'Ubaid gesagt haben soll:
إِنِّي لَأَعُدُّ مِائَةَ خَصْلَةٍ مِنْ خِصَالِ الْخَيْرِ، مَا أَعْلَمُ أَنَّ فِيَ نَفْسِي وَاحِدَةً مِنْهَا
„Wahrlich, ich zähle einhundert Eigenschaften von den guten Eigenschaften. Mir ist nicht bekannt, dass ich auch nur eine davon in mir trage.“
Des Weiteren erwähnt Ibnu Abi d-Dunya im selben Werk, dass Muhammad ibnu Wasi' gesagt haben soll:
لَوْ كَانَ لِلذُّنُوبِ رِيحٌ مَا قَدَرَ أَحَدٌ أَنْ يَجْلِسَ إِلَيَّ
„Wenn die Sünden einen Geruch hätten, dann wäre niemand im Stande, sich zu mir zu setzen.“
Es ist im Vergleich zu den Selbstinszenierungen von heute tatsächlich eine andere Welt - wie so oft, wenn man die frühen Generationen mit den heutigen vergleicht.
Möge Allah uns zu demütigen Dienern machen, die mit sich selber abrechnen, bevor mit ihnen abgerechnet wird. Amin.