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Gedanken zur Situation Ende 2020

Volltext-Kapitel aus der Schrift Corona-Krise – Merkwürdige Zeiten · Als PDF lesen

Derzeit wird viel gesprochen über die Entwicklungen der letzten Zeit, natürlich wie immer bedingt durch den Jahreswechsel. Auch wenn es nicht das islamische Jahr ist, das jetzt zu Ende geht, so geht es kaum an jemandem vorbei, wie die Menschen weltweit die jüngsten Geschehnisse rekapitulieren.

Es ist auch keineswegs verkehrt für einen Muslim, sich zu einem gewissen Grad mit den Dunya-Angelegenheiten zu beschäftigen, die einen umgeben. Im Gegenteil, denn der Muslim ist verpflichtet die Realität, die ihn umgibt, soweit zu kennen und zu verstehen, wie dies für ihn notwendig ist – alleine schon deshalb, weil diese Dinge auch auf die Angelegenheiten des Din einen großen Einfluss haben.

Viele Fragen beschäftigen den Muslim, wie z.B. welcher Ort sich am besten eignet, um seine Religion praktizieren zu können, für sich selbst und die eigene Familie. Ebenso der Zustand von Muslimen als Minderheiten und das Leben in einer Umgebung des Fasad, der Verrohung im Din und des erdrückenden Nifaq. Der unglaubliche Jahl über den eigenen Din und wie er ständig zur Fitnah zwischen den Muslimen führt und vieles mehr.

Im Vordergrund der letzten vielleicht 9 Monate stand natürlich die gewaltige Krise. Man überlege nur, dass die gesamte Welt seit dem Erscheinen des Islam nicht ein einziges Mal so eine Situation erlebt hat, in der die Menschen weltweit daran gehindert werden außer Haus zu beten!

Die Muslime haben in der Geschichte verheerende Krankheiten gesehen, wogegen die derzeitige etwas stärkere Grippewelle völlig lächerlich wirkt – wäre nicht die Vernichtungswelle, die man daneben weltweit in Gang gesetzt hat.

Die Pest (at-Ta'un) wird in den Büchern der islamischen Geschichte immer wieder thematisiert. Sie raffte Millionen dahin, trotzdem kam niemand auf die Idee, den Muslimen flächendeckend das Beten in Moscheen oder die Hajj zu verbieten. Subhanallah!

Wer nur diesen einen Punkt bedenkt, der weiß, wie unglaublich abnormal die Vorgänge in den letzten 9 Monaten waren. So etwas hat die Welt de facto noch nie gesehen.

Man könnte viel über die zahlreichen Negativ-Rekorde sprechen, die in diesen Monaten aufgestellt wurden. Vor wenigen Wochen las man in den Medien: „Großbritannien verzeichnet Regierungsprognosen zufolge in diesem Jahr den größten jährlichen Wirtschaftseinbruch in über drei Jahrhunderten.“ Der britische Finanzminister meinte dazu: „Unser wirtschaftlicher Notstand hat gerade erst begonnen“.

Wer nur das mitbekommen hat und noch immer mit aller Kraft glauben will, dass alles in Ordnung ist, der wird wohl bald aus einem massiven Selbstbetrug erwachen.

Man könnte wie gesagt viel erwähnen, aber das Wichtigste ist abschließend: Ganz egal, was passiert, aber der Muslim, der Tawakkul hat und die Existenz Allahs spürt, ist nie alleine.

Während der Mensch ohne Din mit seiner Dunya alles verliert, verliert der Muslim im äußersten Fall den Gefängnis-Platz im Gefängnis der Dunya. Auch wenn die meisten Menschen es genau anders empfinden, aber je größer die Krise, umso wichtiger ist der Din und umso wichtiger ist es, seinen Din zu lernen und zu schützen.

Möge Allah uns als Muslime leben lassen und als Muslime sterben lassen. Amin.