Zur Zielsetzung dieser Ansprache – Warum der Islam aus seinen Quellen erlernt werden muss und nicht aus Geschichtsbüchern
1) In dieser Freitagsansprache sollte gezeigt werden, dass man die Lehre des Islam nur aus seinen Quellen beziehen kann und es deshalb für einen Muslim absurd ist, alles z. B. aus dem Studium der Geschichte herleiten zu wollen, wobei diese Dinge in den islamischen Quellen schon klar und deutlich erwähnt wurden.
Selbst wenn man durch die eigenen Betrachtungen und Erfahrungen in einigen Dingen am Ende zum richtigen Ergebnis kommen kann, wird sich dies mit Sicherheit nicht immer umsetzen lassen. In jedem Fall ist jedoch die Vorgehensweise falsch, da die Wertungen, ob etwas im Islam richtig oder falsch, annehmbar oder abzulehnen ist, nicht durch Erfahrung, sondern durch die Vorgaben der Religion gewusst werden.
Ob z. B. der Alkohol im Islam verboten ist, muss nicht erst durch die Erfahrungen über seine schädliche Wirkung auf Einzelperson und Gesellschaft ergründet werden, auch wenn dies zweifelsohne nützliche Betrachtungen und Erkenntnisse sind, die einen die islamische Haltung besser verstehen lassen. Das Verbot selbst erschließt sich jedoch von Anfang an aus den Quelltexten und nicht aus der eigenen Lebenserfahrung, der Medizin oder dem Studium der Geschichte.
2) In diesem Bezug wurde auch erwähnt, dass im Qur'an selbst (5:3) auf die Vollständigkeit der Religion hingewiesen wurde. Für einen Menschen, der durch viele verstandesmäßige Aspekte von der Richtigkeit des Islam überzeugt ist, muss es an sich eine Selbstverständlichkeit sein, die Religion aus ihren Quellen zu beziehen. Wer also Rechtleitung (al-Hidayah) sucht, der muss sie als Muslim im Qur'an und nicht in anderen Quellen suchen.
3) Es ging hier also – wie auch in der Ansprache erwähnt – nicht darum, auszusagen, dass es ganz grundsätzlich schlecht wäre, aus dem Studium der Geschichte Lehren zu ziehen. Vielmehr sollte darauf hingewiesen werden, dass der Muslim sein Verständnis der Religion und seine Rechtleitung nicht durch Erfahrung und Geschichtsstudium beziehen kann.
Des Weiteren muss eine Befassung mit sonstigen Wissensgebieten ganz allgemein immer in Maßen erfolgen. Ein Muslim, egal ob Mann oder Frau, ist verpflichtet, das Wissen über die Religion zu einem gewissen Grad fortlaufend zu erlernen. Eine übertriebene Befassung mit anderen Dingen, die den Menschen vom eigentlichen Ziel ablenkt, wäre in diesem Sinne ebenfalls nicht zu verantworten. Auch darauf sollte hingewiesen werden.