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Erklärung mit dem Verbot des Tötens von Frauen, Kindern und sonstigen Wehrlosen. Wer dies tut, gehört zu den Übertretenden

Hauptteil · Volltext-Kapitel aus dem Buch Das strikte Verbot des Tötens von Frauen, Kindern und sonstigen Wehrlosen im Islam · Als PDF lesen

Der oben genannte Vers liest sich als allgemeine Aufforderung und hat somit eine gesellschaftliche Dimension. Jedoch kann er ebenso auf die individuelle Handlung des Einzelnen bezogen werden. In diesem Sinne wird also der Einzelne aufgerufen, den Kampf ausschließlich gegen jene Personen zu richten, die ihn selbst tatsächlich bekämpfen. Wehrlose und nicht kämpfende Personen sind dadurch ganz grundsätzlich ausgenommen.

Deshalb verwundert es nicht, dass manche Gelehrte diesen Vers und das darin formulierte Verbot der Übertretung ganz speziell auf Frauen, Kinder und alle sonstigen Wehrlosen bezogen.

So findet sich in der Koranexegese von Ibnu Abi Hatim ar-Razi5 رحمه الله6 folgende Überlieferung des Prophetengefährten Ibnu 'Abbas رضي الله عنهما7 als Erklärung für diesen Vers:

عَنِ ابْنِ عَبَّاسٍ، قَوْلُهُ: وَلا تَعْتَدُوا يَقُولُ: لَا تَقْتُلُوا النِّسَاءَ وَالصِّبْيَانَ وَالشَّيْخَ الْكَبِيرَ وَلا مَنْ أَلْقَى السَّلَمَ، وَكَفَّ يَدَهُ، فَإِنْ فَعَلْتُمْ هَذَا فَقَدِ اعْتَدَيْتُمْ. وَرُوِيَ، عَنْ عُمَرَ بْنِ عَبْدِ الْعَزِيزِ وَمُقَاتِلِ بْنِ حَيَّانَ، نَحْوُ ذَلِكَ ...

Von Ibnu 'Abbas wird überliefert8, dass er zur Aussage Allahs „aber übertretet nicht“ sagte:

„Tötet nicht die Frauen, Kinder, alten Leute und nicht denjenigen, der euch den Frieden anbietet und seine Hand zurückzieht. Wenn ihr etwas davon jedoch tut, dann habt ihr übertreten!“

Dies wird auch von 'Umar ibnu 'Abdi l-'Aziz, Muqatil ibnu Hayyan und anderen überliefert (…)

Ebenso findet man die genannte Überlieferung von Ibnu 'Abbas mit demselben Wortlaut im Tafsir von at-Tabari رحمه الله (gest. 310 n. H./923 n. Chr.) bei der Erklärung des genannten Verses. Kurz danach erläutert at-Tabari den letzten Teil des obengenannten Koranverses:

{إِنَّ اللَّهَ لَا يُحِبُّ الْمُعْتَدِينَ} الَّذِينَ يُجَاوِزُونَ حُدُودَهُ، فَيَسْتَحِلُّونَ مَا حَرَّمَهُ اللَّهُ عَلَيْهِمْ مِنْ قَتْلِ هَؤُلَاءِ الَّذِينَ حَرَّمَ قَتْلَهُمْ مِنْ نِسَاءِ الْمُشْرِكِينَ وَذَرَارِيِّهِمْ ...

„Wahrlich, Allah liebt die Übertretenden nicht“: Diejenigen, welche Seine Grenzen übertreten, indem sie erlauben jene zu töten, die Allah ihnen zu töten verboten hat.

Fußnoten

  1. Ibnu Abi Hatim ar-Razi (gest. 327 n. H./939 n. Chr.) war ein herausragender Hadith-Gelehrter. Sein Name ist von großer Bedeutung in der Wissenschaft der Beurteilung der Überlieferer (al-jarhu wa-t-ta'dil). Er zeichnete sich zudem vor allem durch ein umfassendes Werk der Koranexegese (im Arabischen Tafsir genannt) aus, in welchem er sich bei der Erklärung der Verse ausschließlich auf Überlieferungen beschränkte, ohne diesen eigene Erklärungen hinzuzufügen. Gemeinsam mit dem Werk von Ibnu Jarir at-Tabari gehört das Werk von Ibnu Abi Hatim zu den frühesten umfassenden und heute noch vollständig oder zu einem großen Teil erhaltenen Werken des Tafsir.
  2. Dieses arabische Schriftsymbol bedeutet etwa: „Möge Allah sich seiner erbarmen.“
  3. Etwa: „Allahs Wohlgefallen auf ihm.“
  4. Es wurde bereits in der Einleitung darauf hingewiesen, dass bei den Überlieferungen in der vorliegenden Schrift die Überlieferungsketten jeweils gekürzt werden. Ibnu Abi Hatim überlieferte die hier zitierte Aussage also mit seiner Überlieferungskette bis zum Prophetengefährten Ibnu 'Abbas, auch wenn diese Kette hier nicht genannt wurde.