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Der Irrweg der Khawarij

Das unerlaubte Ausschließen eines Muslims aus dem Islam · Volltext-Kapitel aus dem Buch Die Lehre des Monotheismus · Als PDF lesen

Der unerlaubte Takfir eines Muslims, ihn also ohne einen islamrechtlich legitimen Grund als Nicht-Muslim zu beurteilen, gilt gemäß der islamischen Glaubenslehre im Konsens als eine verwerfliche und abzulehnende Neueinbringung in den Islam (im Arabischen Bid'ah, Pl. Bida').

Als bekanntestes Beispiel aus der islamischen Geschichte können hier die verschiedenen Gruppen der sogenannten Khawarij-Sekte genannt werden, die den Takfir auf Muslime verübten, aufgrund des Begehens großer Sünden (im Arabischen Kaba'ir, Sg. Kabirah).

Dieser falsche Gedanke des Takfir aufgrund von großen Sünden (at-Takfiru bi-l-Kaba'ir) bildet den Grundsatz aller Splittergruppen der sogenannten Khawarij. Heute ist für diesen Gedanken vor allem eine Gruppe bekannt, die in den letzten Jahrzehnten als jama'atu t-Takfiri wa-l-Hijrah bezeichnet wurde. Eine weitere große Glaubensgemeinschaft, die diesen Gedanken trägt, ist die sogenannte 'Ibadiyyah, welche z. B. im heutigen Oman quasi die Staatsreligion ausmacht, diesen Gedanken aber nur als sehr theoretischen Glaubensinhalt behandelt.