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Erklärung des Vorworts von Ibnu Abi Hatim ar-Razi

Hauptteil · Volltext-Kapitel aus dem Buch Erklärung des Vorworts zum Tafsir von Ibnu Abi Hatim ar-Razi · Als PDF lesen

بِسْمِ اللَّهِ الرَّحْمَنِ الرَّحِيمِ وَلَا حَوْلَ وَلَا قُوَّةَ إِلَّا بِاللَّهِ، وَصَلَّى اللَّهُ عَلَى مُحَمَّدٍ وَآلِهِ.

Mit dem Namen Allahs, des Allerbarmers, des Barmherzigen - und es gibt keine Fähigkeit und keine Kraft, außer bei Allah und das Lob Allahs sei auf Muhammad und seiner Familie [bzw. auch: jenen, die ihm Folgen].27

Der Überlieferer des Buches beginnt mit der Basmalah28, wie es im islamischen Gebrauch üblich ist – ebenso wie die Suren des Qur'an mit der Basmalah beginnen und wie auch der Prophet صلى الله عليه وسلم seine verschiedenen Schreiben mit der Basmalah begann.

Das Wort „al-haul“ hat im Arabischen mehrere Bedeutungen. Ursprünglich bedeutet es Veränderung bzw. Bewegung. Hier wird es im Sinne von Kraft, Macht, Fähigkeit usw. gebraucht29.

Der Überlieferer fährt mit einem Bittgebet für den Propheten صلى الله عليه وسلم fort – wie dies auch im Qur'an, in Sure al-Ahzab, 33: 56, erwähnt und aufgetragen wurde – sowie auf seine Familie und Verwandten und im weiteren Sinne auch all jene, die ihm folgen. Das arabische Wort al, umfasst diese Bedeutungen.

قَالَ الشَّيْخُ الْإِمَامُ الْحَافِظُ أَبُو مُحَمَّدٍ ابْنُ الْإِمَامِ الْحَافِظِ الْكَبِيرِ أَبِى حَاتِمٍ مُحَمَّدِ بْنِ إِدْرِيسَ الرَّازِيُّ رَحِمَهُ اللَّهُ وَرَضِيَ عَنْهُ:

الْحَمْدُ لِلَّهِ رَبِّ الْعَالَمِينَ، وَصَلَّى اللَّهُ عَلَى مُحَمَّدٍ خَاتِمِ الْأَنْبِيَاءِ وَعَلَى آلِهِ أَجْمَعِينَ.

Es sagte der Shaikh, der Imam, der Hafidh30, Abu Muhammad, der Sohn des Imam, des großen Hafidh31, Abu Hatim Muhammad, der Sohn von Idris, ar-Razi32 – Allah möge mit ihm zufrieden und gnädig sein:

Alles Lob gebührt Allah, dem Herrn der Welten, und Segen sei auf Muhammad, dem Siegel der Propheten33, und seiner Familie34 allesamt.

سَأَلَنِي جَمَاعَةٌ ِمْن إِخْوَانِي إِخْرَاجَ تَفْسِيرِ الْقُرْآنِ مُخْتَصَرًا بأصح الأسانيد،

Es hat mich eine Anzahl von meinen Brüdern gebeten, einen kurzgefassten Tafsir des Qur'an herauszugeben mit den richtigsten Überlieferungsketten.

Wir sehen hier, dass Ibnu Abi Hatim sein Tafsir-Werk in Entsprechung einer Bitte verfasst hat, die mehrere Muslime an ihn herangetragen hatten. Sie baten ihn darum, einen Tafsir mit „den richtigsten Überlieferungsketten“ zu verfassen.

Diese Aussage von Ibnu Abi Hatim wird heute oft missverstanden und führt zu dem Fehlverständnis, es sei von den richtigsten Überlieferungsketten überhaupt die Rede. Dies ist hier allerdings nicht gemeint. Tatsächlich können mit dem Ausdruck „die richtigsten Überlieferungsketten“ verschiedene Dinge gemeint sein:

  1. Die richtigsten Überlieferungsketten in der gesamten Hadith-Überlieferung. Einige Überlieferungsketten wurden von gewissen Gelehrten als die richtigsten Überlieferungsketten der gesamten Hadith-Überlieferung angesehen. Ein Beispiel hierfür ist eine Kette, die als „silsilatu dh-dhahab“, also „die goldene Kette“ bekannt wurde. Diese ist z. B. gemäß der Ansicht von al-Bukhari, die Überlieferung von Malik über Nafi' über 'Abdullah ibnu 'Umar.
  2. Des Weiteren kommt es auch vor, dass die richtigste Überlieferungskette eines bestimmten Überlieferers gesucht wird.
  3. Es kann allerdings auch sein, dass ein Hadith der richtigste in seiner Thematik ist. Dies muss jedoch nicht bedeuten, dass der Hadith damit als richtig und authentisch gilt. Es sagt lediglich aus, dass es sich, im Vergleich mit den anderen Überlieferungen zu diesem Inhalt oder dieser Thematik, um die vergleichsweise richtigste Überlieferung handelt.

In diesem Kontext liest man in den Büchern des Hadith nicht selten Formulierungen, wie: „Es handelt sich hierbei um das Richtigste in dieser Thematik.“ (أَصَحُّ مَا فِي الْبَابِ). Dies sagt also nicht unbedingt aus, dass die entsprechende Überlieferung nach der Meinung dieses Gelehrten als authentisch anzusehen ist.

Tatsächlich kann die Überlieferungskette in so einem Fall auch deutliche Schwächen aufweisen. Das bedeutet wiederum nicht, dass der Hadith deshalb bei den Gelehrten sofort gänzlich zu verwerfen war, worauf bereits in der Einführung zu diesem Buch hingewiesen wurde.

Es ist durchaus möglich, dass der Inhalt einer solchen Überlieferung bekannt war und bei den Rechtsgelehrten dementsprechend behandelt wurde. Es kann sogar sein, dass es für den jeweiligen Inhalt einen Konsens gab.

In diesem Sinne ist also die Aussage Ibnu Abi Hatims zu verstehen. Zunächst ist deutlich, dass mit seiner Aussage die richtigsten Überlieferungen aus dem Bereich der Tafsir-Überlieferung gemeint sind und nicht die richtigsten Überlieferungen überhaupt. Der Ausdruck „die richtigsten Überlieferungsketten“ muss hier also relativ gesehen und kann nicht absolut verstanden werden.

Darüber hinaus ist naheliegend, dass der Verfasser mit „den richtigsten Überlieferungsketten“ vor allem auch die richtigsten Ketten zu dem speziellen Inhalt meinte – wallahu a'lam.

Aus dem Gesagten zeigt sich die Abwegigkeit der Vorstellung, der Verfasser hätte hier ausgesagt, nur Sahih-Hadithe in seinen Tafsir aufzunehmen. Die Überlieferungen im Tafsir von Ibnu Abi Hatim – und in den Tafasir der Salaf ganz allgemein – weisen, wenn man nur die Überlieferungskette betrachtet, meistens Schwächen auf. Es wurde in der Einführung allerdings bereits vorweggenommen, warum die Gelehrten mit den Überlieferungen des Tafsir einen anderen Umgang pflegten.

Dies bedeutet also nicht, dass der Tafsir an sich schwach wäre. Es geht lediglich darum, dass sich in den einzelnen Überlieferungsketten Schwächen finden. Dabei handelt es sich allerdings im Regelfall um leichte Schwächen, die bei den muslimischen Gelehrten unter den entsprechenden Umständen annehmbar waren.

Befand sich z. B. ein Lügner oder ein extrem schwacher Überlieferer in der Kette, wurde dieser im Tafsir gewöhnlich nicht herangezogen. Ibnu Abi Hatim überlieferte aus diesem Grund z. B. nicht von Muhammad ibnu s-Sa'ib al-Kalbi und ebenso nicht von Muqatil ibnu Sulaiman, wobei letzterer für sein Tafsir-Verständnis durchaus gelobt wurde und andere Gelehrte seine Aussagen zumindest zur Betrachtung heranzogen. Ibnu Abi Hatim war jedoch strenger in seinen Kriterien, was sich aus der hier thematisierten Aussage von ihm nun verstehen lässt. Er überlieferte nicht von diversen Personen, da sie seinen Anforderungen für die Überlieferung im Tafsir nicht genügten.

Im Allgemeinen lässt sich also sagen, dass die Überlieferungsketten von Ibnu Abi Hatim für den Bereich des Tafsir vergleichsweise starke und brauchbare Überlieferungen sind. Der Verfasser wählte die Ketten aus und nahm viele Überlieferungen nicht in seinen Tafsir auf. Im Besonderen ist hierbei hervorzuheben, dass Ibnu Abi Hatim einer der bedeutendsten Gelehrten auf dem Gebiet der Überlieferungsketten war. Dies ermöglichte es ihm – im Gegensatz zu so manchem anderen Mufassir – die Überlieferungen hinsichtlich ihrer Stärke zu unterscheiden.

Eine detaillierte Aussage über einzelne Überlieferungen erfordert jedoch ein Studium dieser Überlieferungen bzw. in weiterer Folge des gesamten Werkes. Der Verfasser selbst weist vereinzelt auf Schwächen hin und überliefert stellenweise auch unterschiedliche Meinungen zu Stellen im Qur'an.

Dabei waren die unterschiedlichen Aussagen zu einer Stelle im Qur'an bei den damaligen Gelehrten – vor allem bei den früheren Generationen – vorwiegend keine tatsächlichen Meinungsverschiedenheiten, sondern unterschiedliche Beispiele für ein und denselben Inhalt (ikhtilafu t-tanawwu').

Wenn es jedoch tatsächliche Unterschiede in der Auslegung gab, was vergleichsweise selten ist, so können diese im Tafsir von Ibnu Abi Hatim ebenso erwähnt sein. Wie gesagt, ist für ein detailliertes Verständnis der Vorgehensweise des Verfassers in seinem Werk eine eingehende Betrachtung und Besprechung notwendig, die in dieser kurzen Schrift sicher nicht vorgenommen werden könnte. Vielmehr geht es hier nur um einen Hinweis auf das Gesagte.35

Aus den vorangegangenen Ausführungen wurde klar, dass es sich bei den Überlieferungen im Tafsir von Ibnu Abi Hatim im Allgemeinen um relativ starke und brauchbare Überlieferungen handelt. Die Schwächen sind mäßig und wurden im Bereich des Tafsir von den Gelehrten durchaus toleriert.

Darüber hinaus sei daran erinnert, dass sich die einzelnen Überlieferungen auch dadurch stützen, dass sie von mehreren Gelehrten überliefert wurden. Über diesen und andere Gründe für die Annahme solcher Überlieferungen wurde in der Einführung bereits gesprochen.

وحذف الطرق والشواهد والحروف والروايات، وَتَنْزِيلِ السُّوَرِ،

Und dem Wegkürzen der (verschiedenen) Überlieferungswege (derselben Überlieferung), der Shawahid, der Huruf36und der Überlieferungen und der Herabsendung der Suren.

Hier fährt der Verfasser damit fort, die Bitte wiederzugeben, die an ihn herangetragen wurde, einen Tafsir mit den nun genannten Eigenschaften zu verfassen. Dieser Bitte kam Ibnu Abi Hatim mit seinem Tafsir-Werk nach.

Die Bitte bezog sich darauf, einen kurzgefassten Tafsir zu verfassen, bei dem auf verschiedene Dinge verzichtet werden sollte, die zusätzliches Wissen darstellen und über den eigentlichen Kern der Erläuterung des Qur'an hinausgehen.

Von diesen wegzukürzenden Dingen werden zunächst die verschiedenen Überlieferungswege (Turuq) der Tafsir-Überlieferungen erwähnt. Eine Überlieferung hat oft verschiedene Überlieferungswege. Diese sind häufig nicht völlig unabhängig voneinander. Die Kette spaltet sich in solchen Fällen an einer Stelle auf. Diese unterschiedlichen Überlieferungswege ein und desselben Hadith werden in der Hadith-Wissenschaft auch als „Mutaba'ah“ bezeichnet. Solche Mutaba'at können einen Hadith beträchtlich stärken.

Ibnu Abi Hatim führte in solchen Fällen also nicht alle vorhandenen Wege an. Wenn der Tafsir bereits von einer Person angeführt ist, wird er nicht noch von mehreren anderen Personen überliefert.

Zudem kürzte Ibnu Abi Hatim einige Überlieferungsketten weg und wies in der Einführung stellverstretend auf diese Überlieferungsketten hin. Dies wird am Ende dieses Vorworts des Verfassers noch deutlich.

Abgesehen davon sollte noch auf die Shawahid37 verzichtet werden. Auch diese Shawahid können eine Überlieferung im Hinblick auf den Inhalt stärken. Es handelt sich dabei um eine andere, eigenständige und völlig unabhängige Überlieferung, die jedoch dieselbe Bedeutung teilweise oder ganz wiedergibt und sie dadurch bestätigt.

Ebenso wurde Ibnu Abi Hatim darum gebeten, die Huruf38 wegzukürzen. Das Wort „Huruf“ (Pl. von Harf) hat im Arabischen mehrere Bedeutungen, unter anderem „Buchstaben“. Es beschreibt aber auch die verschiedenen Arten einer Sache, so z. B. auch die verschiedenen Lesarten des Qur'an, welche von manchen Gelehrten unter anderem auch als Huruf bezeichnet wurden. Am ehesten sind hier mit der Aussage von Ibnu Abi Hatim wohl diese Lesarten (Qira'at) gemeint – wallahu a'lam.39

Mit den Riwayat (Pl. von Riwayah), was im Arabischen an sich Überlieferungen heißt, meint der Verfasser hier womöglich die unterschiedlichen Überlieferungen, die ein und dieselbe Aussage über den Tafsir beinhalten. Wenn dem so ist, gibt Ibnu Abi Hatim hier also an, sich im Allgemeinen mit einer Überlieferung für einen Inhalt zu begnügen – wallahu a'lam.

Wenn man die vorangegangenen Punkte betrachtet, sieht man, dass Ibnu Abi Hatim also einen relativ kurzgefassten Tafsir anstrebte. Wenn wir einen Blick in das Werk werfen, sehen wir auch, dass er die erwähnten Kürzungen tatsächlich vorgenommen hat. Auch wenn es sich dabei selbstverständlich um eine allgemeine Vorgehensweise handelt, was bedeutet, dass er dies nicht unbedingt bei jeder einzelnen Stelle zur Gänze anwandte.

Dass es sich bei diesem Tafsir um ein relativ kurzgefasstes Werk handelt, wie der Verfasser selbst im Vorwort beschreibt, scheint auf den ersten Blick für viele sicher unverständlich. Schließlich hat z. B. die Druckausgabe von Dar Ibnu l-Jauzi – wie in der Einführung dieses Buches bereits erwähnt wurde – 13 Bände40, abgesehen von einem weiteren Band, der das Vorwort der Editoren enthält und 3 Bänden, die die Verzeichnisse beinhalten. Es handelt sich also durchaus um einen umfassenden Tafsir mit vielen Überlieferungen. Besonders wenn man bedenkt, dass die uns heute vorliegenden Teile nicht der vollständige Tafsir von Ibnu Abi Hatim sind und ein nicht unerheblicher Teil verschollen ist.

Wenn man nun aber bedenkt, was Ibnu Abi Hatim alles weggekürzt hat, kann man sich vorstellen, wie der Umfang eines ungekürzten Tafsir-Werkes ausgesehen hätte. Der erste Schritt des Verfassers war, alle Überlieferungen zu sammeln, die ihm tatsächlich vorlagen. Dabei muss man bedenken, dass es sich um Überlieferungen handelte, für die der Verfasser selbst auch eine durchgehende Überlieferungskette hatte! Dies lässt erahnen, welche unglaubliche Fülle von Informationen diesem Gelehrten vorlagen, und ebenso, wie viele Informationen zum Tafsir und anderen Wissensgebieten damals in Umlauf waren.

Ebenso verleiht es uns einen Eindruck, welch unglaubliche Leistung des Verfassers für dieses Werk erbracht werden musste. Dabei ist noch zu bedenken, dass Ibnu Abi Hatim in anderen Wissensgebieten noch weitere enzyklopädische Grundlagenwerke großen Umfangs verfasste. Die Leistungen, die dafür notwendig waren, noch dazu in der damaligen Zeit und unter den damaligen Umständen, lässt sich kaum in Worte fassen.

Aus der Gesamtheit der Überlieferungen, die dem Verfasser vorlagen, wählte er also jene aus, die den von ihm beschriebenen Kriterien entsprachen. Anhand des Gesagten kann nun verstanden werden, warum der Verfasser, Ibnu Abi Hatim, sein Werk als relativ kurzgefasst betrachtete.

Als letzten Punkt, bei dem der Verfasser in seinem Werk Kürzungen vornahm, erwähnt er Tanzilu s-Suwar, was wörtlich „die Herabsendung der Suren“ bedeutet. Der Verfasser meint damit offensichtlich die Untersuchung, ob es sich bei einer Sure oder einzelnen Bestandteilen davon um mekkanische oder medinensische Suren handelt. Diese Klassifizierung der Suren oder einzelner Teile davon als Makki und Madani bildet eine eigene Wissenschaft im Bereich des Tafsir. Im Tafsir von Ibnu Abi Hatim werden Suren zwar kurz als Makki oder Madani bezeichnet. Jedoch meinte der Verfasser offenbar, auf detaillierte Diskussionen in seinem Tafsir nicht eingehen zu wollen.41

Fußnoten

  1. Der Teil nach der Basmalah ist hier in der Druckausgabe in Klammern gesetzt. Das bedeutet, dass er in einer Version bzw. einer handschriftlichen Ausgabe nicht existiert und erst nach dem Vergleich mit anderen Handschriften ergänzt wurde. Es gibt im Vorwort einige Stellen dieser Art, die jedoch inhaltlich zu keinem grundlegenden Unterschied führen, weshalb in dieser Erklärung auch nicht auf alle solche Stellen hingewiesen wurde.
  2. Als Basmalah wird der Ausdruck bismillahi r-rahmani r-rahim (Im Namen Allahs, des Allerbarmers, des Barmherzigen) bezeichnet.
  3. Al-haul kann auch „das Jahr“ bedeuten.
  4. Das Wort „Hafidh“ ist hier in der Druckversion in Klammern gesetzt. Wie bereits erwähnt, sind solche Stellen nicht in allen handschriftlichen Kopien enthalten. Bei diesen einleitenden Zeilen handelt es sich nicht um die eigenen Worte von Ibnu Abi Hatim, sondern um die Aussage derjenigen Person, die das Werk von ihm direkt überlieferte oder es im weiteren Verlauf niederschrieb.
  5. „Des großen Hafidh“ ist hier in der Druckversion ebenfalls in Klammern gesetzt.
  6. Ar-Razi ist eine Nisbah (Abstammungsname) zur Stadt ar-Rayy im heutigen Iran, aus der viele Hadith-Gelehrte stammten, weshalb auch mehrere den Abstammungsnamen ar-Razi trugen. Je nachdem ob sich „ar-Razi“ auf den Vater oder den Sohn bezieht, würde man es hier am Ende des Wortes mit einem i (ar-Raziyyi) oder einem u (ar-Raziyyu) lesen. Die Bedeutung ist letztlich dieselbe, da Vater und Sohn dieselbe Abstammung und somit denselben Beinamen teilten.
  7. Dieser Ausdruck wurde – in leicht abgeänderter Form – dem Text des Qur'an entnommen, Sure al-Ahzab, 33: 40. In der Lesart des Qur'an von 'Asim ibnu Abi n-Najud wird an jener Stelle „khatama n-nabiyyin“ gelesen, in den sonstigen anerkannten Lesarten hingegen „khatima n-nabiyyin“. Dementsprechend kann hier auch auf eine der beiden Arten gelesen werden.
  8. Wie gesagt beschreibt das arabische Wort al im weiteren Sinne auch all jene, die ihm im Guten folgen.
  9. Ganz allgemein sind die Vorgehensweise der Mufassirin (manahiju l-Mufassirin) und die Grundlagen des Tafsir (usulu t-Tafsir) ein Thema, das unter den Autoren zu diesen Wissenschaften heute viel diskutiert wird. In der vorliegenden Schrift sollte lediglich auf einige wichtige Fragestellungen hingewiesen werden, auch wenn diese in der Kürze nicht näher behandelt werden können.
  10. Die beiden zuvor genannten Punkte stehen in der Druckausgabe in Klammern, was – wie zuvor schon erwähnt – aussagt, dass diese Ausdrücke nicht in allen Ausgaben enthalten sind. Es kann gut sein, dass die in der Klammer erwähnten Ausdrücke, nicht tatsächlich in genau dieser Art von Ibnu Abi Hatim formuliert wurden. Im Endeffekt ging es vor allem darum, dasjenige von den Überlieferungswegen und zusätzlichen Hadithen wegzukürzen, was für eine Kenntnis der eigentlichen Tafsir-Inhalte nicht unbedingt notwendig ist.
  11. Plural des arabischen Wortes „Shahid“, welches auch im Sinne von „Zeuge“ gebraucht wird. Es geht also um eine Überlieferung, die den Inhalt einer anderen Überlieferung stützt bzw. bezeugt.
  12. Das Wort „Harf“ verfügt über zwei verschiedene Plurale: „Huruf“ und „Ahruf“. In der Regel wird der Plural „Huruf“ für größere Anzahlen verwendet und „Ahruf“ für kleinere. Vereinzelt wird von dieser Regel jedoch auch abgegangen.
  13. Mit dem Wort Harf bzw. Huruf/Ahruf können prinzipiell auch die sogenannten „al-ahrufu s-sab'ah“ (die sieben Ahruf) bezeichnet werden. Diese sieben Ahruf des Qur'an werden in einem bekannten und zahlreich überlieferten Hadith vom Propheten صلى الله عليه وسلم erwähnt. In dem Hadith wird beschrieben, dass der Qur'an auf sieben Arten herabgesandt wurde. Dabei handelt es sich jedoch nicht um die sieben bzw. zehn sogenannten „Qira'at Mutawatirah“ des Qur'an, also die heute vorhandenen, authentischen Lesarten. Genauer kann hier auf diese Thematik jedoch nicht eingegangen werden.
  14. Es ist zu bedenken, dass rund die Hälfte dieses Umfangs aus Kommentaren der Editoren besteht. Dennoch bleibt der Umfang des Werkes damit ziemlich groß.
  15. Der Autor des Werkes meinte hier also eher nicht die Offenbarungsgründe bzw. Offenbarungsanlässe, die sogenannten Asbabu n-Nuzulwallahu a'lam.