Die Angst um das eigene Jenseits
So mancher denkt, dass die Angelegenheiten des Jenseits gesichert sind, weil man den Tauhid4 verstanden und für sich angenommen hat. Man müsse sich also um nichts mehr Sorgen machen. Alles sei gut und man habe nichts mehr zu befürchten.
All jene, die so denken, sollten tief darüber nachdenken, was in den folgenden Zeilen steht. Es geht dabei nicht bloß um die Aussage von einem der Salaf. Es geht um eine Aussage von einem der Sahabah. Es geht dabei zudem nicht um irgendeinen der Sahabah. Es geht um einen der besten Sahabah überhaupt.
Imam Ahmad erwähnt in seinem Werk "Az-Zuhd" eine Überlieferung, laut der 'Uthman ibnu 'Affan gesagt hat:
«لَوْ أَنِّي بَيْنَ الْجَنَّةِ وَالنَّارِ لَا أَدْرِي إِلَى أَيِّهِمَا يُؤْمَرُ بِي لَاخْتَرْتُ أَنْ أَكُونَ رَمَادًا قَبْلَ أَنْ أَعْلَمَ إِلَى أَيِّهِمَا أَصِيرُ»
Wenn ich (am Jüngsten Tag) zwischen Paradies und Hölle wäre und nicht wüsste, wohin ich beordert werde, dann würde ich es vorziehen, Asche zu sein, bevor ich weiß, wohin ich gehe.
Den Islam verstanden und angenommen zu haben, ist also ein zentraler, aber nicht der letzte Schritt im Leben des Menschen. Und sich bezüglich des Jenseits keine Sorgen zu machen, ist ein klares Warnzeichen dafür, dass man gehörig falsch liegt.
Im selben Werk überliefert Imam Ahmad, dass Abu ad-Darda' gesagt hat:
قَالَ أَبُو الدَّرْدَاءِ: إِنَّ أَخْوَفَ مَا أَخَافُ إِذَا لَقِيتُ رَبِّي تَبَارَكَ وَتَعَالَى أَنْ يَقُولَ لِي: قَدْ عَلِمْتَ فَمَاذَا عَمِلْتَ فِيمَا عَلِمْتَ.
Das, wovor ich am meisten Angst habe, wenn ich meinem Herrn begegne - gepriesen sei Er und erhaben ist Er -, ist, dass Er sagt: Du hast Wissen gehabt. Was hast du aber bezüglich deines Wissens an Handlungen gesetzt?
Möge Allah uns vor der falschen Sicherheit bewahren und uns stets an uns arbeiten lassen, damit wir am Jüngsten Tag nicht zu denen gehören, die auf die List des Satans hereingefallen sind. Amin.
Fußnoten
- den Monotheismus, welcher die Grundlage des Islams bildet ↩