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Eine abschließende, wichtige Anmerkung zum Umgang mit Leuten, die diese Sicht bezüglich Abu Hanifah nicht teilen

Volltext-Kapitel aus der Schrift Falsche Vorstellungen über die Frühzeit des Islam und die Gelehrten der Salaf · Als PDF lesen

Abschließend soll in dieser Schrift noch ein wichtiger Punkt erwähnt werden. Manche Leute verwenden die Kritik an der Person von Abu Hanifah wiederum, um sich als ganz besonders Rechtgeleitete zu profilieren. Wer ihrer Meinung nicht entspricht, z. B. weil er die ganze Thematik gar nicht studiert hat oder sie nicht richtig einschätzen kann, der wird sofort als Irregeleiteter ausgelacht und vielleicht auch gleich mit Tabdi' oder Takfir belegt.

Die Beurteilung der Person von Abu Hanifah wird von solchen Juhhal zu einer ultimativen Frage des Islam erhoben und zu einem Unterscheidungsmerkmal zwischen Kufr und Iman in dem es keinerlei Entschuldigung geben könne. Wer Abu Hanifah den Islam nicht aberkennt, der wird selbst als Kafir betrachtet.

Das ist natürlich eine Dummheit und Übertreibung. Viele Menschen haben gar keine Ahnung von den Überlieferungen über Abu Hanifah, und wer sie kennt, hat in den allermeisten Fällen nicht so viel Wissen über islamische Wissenschaften und Überlieferungen, um diese Überlieferungen in brauchbarer Weise zu bewerten. Solchen Leuten bleibt also in Wirklichkeit nichts übrig, als ihrerseits dem Urteil eines (zeitgenössischen) Schaikhs zu folgen, der ihnen hierzu seine Sicht der Angelegenheit erklärt.

Und selbst wenn jemand das Wissen hat, diese Dinge zu untersuchen, so kann es trotzdem sein, dass es bei ihm zu einer gewissen Verwirrung kommt (Iltibas), da diese gesamte Angelegenheit auch ziemlich komplex ist. Solche Verwirrung kann natürlich auch durch ein gewisses Maß an Befolgung der eigenen Neigungen gefördert werden.

Hieraus zeigt sich also wie kindisch und lächerlich es ist, wenn manche Übertreiber denken, sie hätten jetzt die ultimative Erleuchtung bekommen, und dann andere auslachen und sie als Kuffar diffamieren, weil sie vor Jahrzehnten Abu Hanifah im Guten erwähnten.

In Wirklichkeit ist es so, dass quasi jeder Mensch heute mit dieser Sicht aufwächst. Es ist also – ganz im Gegenteil zu solchen absurden Behauptungen – der Normalfall, dass die Menschen so eine positive Sicht bezüglich Abu Hanifah haben.

Wenn jemand also irgendwann einmal Abu Hanifah gelobt und dann später seine Meinung diesbezüglich geändert hat – wie das bei vielen Leuten der Fall ist – dann gibt es dazu nur zu sagen: „Und?! Selbst wenn. Was genau sagt das schon aus? Gar nichts!“

Manche Leute sollten also aufhören, sich selbst lächerlich zu machen, und besser damit anfangen, ihren Din zu lernen, anstatt sich den ganzen Tag mit dem Gerede der Social-Media zu beschäftigen und sich mit diesem Pseudo-Wissen dann als die neuen großen Imame der Sunnah aufzuspielen.

An dieser Stelle schließe ich mit dem Bittgebet: Möge Allah uns allen Rechtleitung und Verständnis im Din geben. Amin.

Allahu a'lam ... und Allah weiß es am besten.

وصلّى الله على نبيّنا محمّد وآله وصحبه ومن والاه

والحمد لله ربّ العالمين