Was ein früher Gelehrter zur Behandlung mit Huqan sagte
Abdu l-Malik ibnu Habib1 (gest. 238 n. H.) erwähnt z. B. in seinem medizinischen Buch „Mukhtasarun fi-t-Tibb“2 folgendes Kapitel, das sich im Speziellen um die Behandlung mit Huqan dreht:
مَا جَاءَ فِي التعالج بالحقن
Darin schreibt er das Folgende:
إنَّ من مضى من السّلف وَأهل الْعلم يكْرهُونَ التعالج بالحقن إِلَّا من ضَرُورَة غالبة لَا يُوجد عَن التعالج لَهَا بالحقنة مندوحة بغَيْرهَا.
Hier erklärt er, dass die Salaf (vor seiner Zeit) die Behandlung mit Huqan als verpönt3 ansahen, außer bei dringender Notwendigkeit.
An diesem Beispiel sieht man jedoch, dass diese Zuschreibung nicht zwingend bedeutet, dass niemand von den Salaf eventuell doch anderer Meinung war. Es kann also durchaus Gelehrte der Salaf gegeben haben, die darin kein Problem sahen, was auch tatsächlich überliefert wird4, wallahu a'lam.
Durchaus bemerkenswert ist, dass die arabischen Mediziner damals schon diese Methode und ihre medizinische Wirksamkeit kannten. Sie verwendeten dafür flüssige und nicht-flüssige Medikamente, also Extrakte, Kräutermischungen usw.
Jedoch erwähnt Abdu l-Malik ibnu Habib im oben erwähnten Kapitel, dass die Araber diese Methode von anderen Völkern übernahmen. Sie waren also nicht die ersten, die dies kannten und anwendeten.
In jenem Kapitel erwähnt er auch den Grund dafür, dass dies bei vielen früheren Gelehrten als verpönt galt, sofern es nicht zur medizinischen Behandlung nötig ist, nämlich, dass dies den Praktiken des Volkes von Lut ähnelt bzw. an diese erinnert. Auch daran sieht man deutlich, dass es dabei nicht um eine intravenöse Behandlung gehen kann.
Fußnoten
Abu Marwan Abdu-l-Malik ibnu Habib as-Sulami, ein andalusischer Gelehrter der Frühzeit des Islam. Er reiste und lernte bei einigen bedeutenden Gelehrten der islamischen Welt jener Zeit. Abdu l-Malik ibnu Habib gilt als einer der bedeutenden frühen Fuqaha' der malikitischen Schule und Andalusiens im Speziellen.
Jedoch wurde er im Bereich der Hadith-Überlieferung (teils stark) kritisiert. ↩
- Bzw. auch unter dem Namen „Al-'Ilaju bi-l-Aghdhiyati wa-l-A'schab fi Biladi l-Maghrib“ bekannt. ↩
- Es wird hier die sogenannte Karahah (Abneigung) erwähnt, die im Sprachgebrauch vieler Salaf aber auch häufig auf den Tahrim (das Verbot) hindeutete. ↩
- Dies erwähnen manche Autoren z. B. von Malik ibnu Anas, auch wenn von ihm – wie das bei den frühen Gelehrten häufig der Fall ist – unterschiedliche Aussagen erwähnt werden. ↩