Grundregeln im Umgang mit islamischen Quelltexten und bei der Beweisfindung
- Als Beweis zählt im Islam grundsätzlich der Qur'an, die Sunnah und der Konsens der Prophetengefährten (Sahabah).
- Die Aussagen der Prophetengefährten – und besonders der vier ersten, rechtgeleiteten Kalifen3 – haben einen außerordentlich hohen Stellenwert. Auch wenn sie nicht fehlerfrei sind, ist es für ein richtiges Verständnis des Qur'an und der Sunnah des Propheten صلى الله عليه وسلم unerlässlich, sich das Verständnis der ersten Generation als Leitfaden zu nehmen. Wenn sie etwas im Konsens als Teil der Religion ansahen bzw. Dinge in ihrer Gesamtheit praktisch lebten, ist es undenkbar, dass es sich um einen Fehler oder eine falsche Auffassung handelt.
- Hat ein Text des Qur'an oder der Sunnah mehr als eine mögliche Bedeutung (mutashabih), muss man ihn gemäß den eindeutigen Texten (muhkam) über die jeweilige Angelegenheit auslegen.
Leute, die die mehrdeutigen Stellen im Widerspruch zu den eindeutigen auslegen, haben Abweichung in ihren Herzen, wie Allah im Qur'an (3: 7) sagt.
Wer mehrdeutige Gelehrten-Aussagen (mutashabih) gegensätzlich zu eindeutigen Stellen aus dem Qur'an und der Sunnah auslegt, hat noch mehr Abweichung in seinem Herzen.
Fußnoten
- da in einem Hadith den Muslimen konkret aufgetragen wurde, sich an ihre Rechtleitung zu halten. ↩