Abschluss
Man könnte hierzu noch sehr viel sagen und es ist auch ein sehr wichtiges Thema. Ich rate vorerst dazu, die Khutbah „Toleranz bei Meinungsunterschieden – Die schlechte Vermutung“ (Link) zu hören – auch jenen, die sie schon gehört haben.
Derzeit sieht man viele Leute, die sich in jeder Angelegenheit über die anderen erheben wollen. Sie wollen immer den wahren Anführer verkörpern, den so ziemlich einzigen, der die Leute zu der einen Wahrheit in jeder Frage führen kann. Möge Allah uns vor solchen Leuten und ihrem Übel bewahren. Amin.
Diese Problematik kann man allgemein und deshalb auch im deutschsprachigen Raum (über die letzten 15 Jahre oder mehr) beobachten. Aus diesem Grund wurde auch – wie z. B. in der obengenannten Khutbah 2013 – mehrfach darauf hingewiesen, aber es ist offensichtlich, dass manche unbeirrt an ihren Vorstellungen festhalten, ungeachtet dessen, wie oft eine Angelegenheit erklärt wird.
Weil seit einiger Zeit viel über die Rückkehr zum Weg der Salaf gesprochen wird, glauben viele Leute aufgrund von extremer Unwissenheit – genau wie sie sich das früher schon immer wieder aufs Neue einreden wollten –, dass nun jeglicher Meinungsunterschied beseitigt ist und endlich „der wahre Din“ in Erscheinung tritt, der Din der Salaf, in dem es in jeder einzelnen Fragestellung keine zwei Ansichten gibt und man den Vertreter einer anderen Meinung wieder als Irregehenden tadeln kann. Sie täuschen sich gewaltig.
Wer so etwas glaubt, der kann eigentlich gar nicht unwissender sein. Dass Leute häufig in denselben Irrglauben verfallen, zeigt zudem, dass es in ihrer Nafs ein gravierendes Problem gibt. Der Schaitan führt manche Leute immer wieder zum selben Fehler und zur Annahme, doch im Recht gewesen zu sein.
Mal abgesehen davon, dass sich so jemand im Regelfall niemals hingesetzt hat, um den Din wirklich zu erlernen. Stattdessen wartet er auf Fatwas und begnügt sich damit, bei jeder einzelnen Information, die er (oder sie) über den Din bekommt, vor anderen Unwissenden den Schaikh zu spielen.
Mit diesem gesamten Text von mir ist nicht eine spezielle Person gemeint und er wurde auch nicht als Reaktion auf eine Person oder eine Aussage geschrieben, sondern nur deshalb, weil dieses Problem vorherrschend ist und auch im Ramadan immer wieder sehr stark hervorkommt.
Dass jemand zu einer gewissen Ansicht gelangt und dies mit dem notwendigen Adab anderen mitteilt, das ist kein Problem und so jemand ist hier auch nicht gemeint.
والله أعلم
Wallahu a'lam / Und Allah weiß es am besten.