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2. Suche die Wahrheit und warte nicht auf andere

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Anmerkung zu den Versen 16:43 und 21:7 über das Befragen der Leute des Wissens bei Unwissenheit

وَمَا أَرْسَلْنَا مِنْ قَبْلِكَ إِلَّا رِجَالًا نُوحِي إِلَيْهِمْ فَاسْأَلُوا أَهْلَ الذِّكْرِ إِنْ كُنْتُمْ لَا تَعْلَمُونَ (43)

وَمَا أَرْسَلْنَا قَبْلَكَ إِلَّا رِجَالًا نُوحِي إِلَيْهِمْ فَاسْأَلُوا أَهْلَ الذِّكْرِ إِنْ كُنْتُمْ لَا تَعْلَمُونَ (7)

„Und Wir haben vor dir nur Männer gesandt, denen Wir (Offenbarungen) eingaben. So fragt die Leute der Ermahnung, wenn ihr (etwas) nicht wisst.“

Die Āyah, die am Anfang erwähnt wurde, spricht laut den Erklärungen der frühen Mufassirīn darüber, dass die Muschrikūn – bzw. viele von ihnen – damals nicht akzeptierten, dass Allah einen Menschen zur Verkündung der Botschaft entsenden könnte. Sie erwarteten einen Engel hierfür. (Das bezieht sich auf beide Verse im Qur’an, in denen dieser Wortlaut vorkommt.)

Dies wird von Ibnu ʿAbbās, Mujāhid und anderen überliefert.

Allahu taʿālā sagt ihnen hiermit, dass sie die Leute der Schrift, die das Wissen darüber hatten, befragen sollen. Denn diese waren sich alle darüber im Klaren, dass Allah immer schon Menschen zu diesem Zweck entsandt hat.

Jedoch argumentieren die Gelehrten trotzdem mit dieser Āyah allgemein dafür, dass man als Muslim das Wissen bei den vertrauenswürdigen Gelehrten der Muslime suchen und erfragen soll.

Denn wenn den Muschrikīn zu dem oben genannten Thema schon gesagt wurde, dass sie die Ahlu-l-Kitāb befragen sollen, weil diese darüber Wissen besaßen, dann muss der Muslim umso eher die islamischen Gelehrten fragen, wenn er etwas über den Islam nicht weiß, anstatt etwas Falsches von sich selbst aus zu sagen.

Die Āyah spricht also über eine spezielle Situation, jedoch auch über ein allgemeines Prinzip. Das ist hier bezweckt.

Darüber hinaus findet man aus dem besagten Grund auch Aussagen der Salaf zum Tafsīr, welche diese beiden Verse des Qur’an auf die Gelehrten des Islam bzw. die Gelehrten im Allgemeinen anwenden.

Ebenso wird diese Āyah in einem Hadīth bei at-Tabarānī ausdrücklich allgemein mit den Gelehrten in Verbindung gebracht – mit dem Hinweis darauf, dass die Überlieferungskette nicht stark ist. Dennoch ist der Hinweis angebracht, dass diese Verbindung in einigen Texten ausdrücklich hergestellt wurde.

Aus dem Gesagten lässt sich also verstehen, dass diese beiden Verse direkt oder indirekt auf das Gesagte hindeuten. Auf der anderen Seite ist es schon äußerst merkwürdig, wie die Allgemeinheit der heutigen Schuyūkh mit diesen Versen umgeht.

Obwohl sich der allgemeine und zahlreich überlieferte Tafsīr dieser Verse, wie oben erwähnt, um die Muschrikīn und die Ahlu l-Kitāb dreht, wird dies fast immer völlig ignoriert. Dieses zeitgenössische Phänomen ist also ein anderes Extrem, auf das hier ebenfalls hingewiesen werden soll.

Abschließend ist noch zu bemerken, dass es (in der Khutbah) grundsätzlich nicht um die Erklärung der Āyah ging, sondern darum, eine falsche Argumentation im Zusammenhang mit dieser Āyah aufzuzeigen und zu besprechen.

Wallahu aʿlam.