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28. Der richtige Umgang mit den mehrdeutigen Texten

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Über den Waqf in der 7. Āyah der Sure Āli ʿImrān

Am Ende dieser Khutbah wurde die 7. Āyah der Sure Āli ʿImrān rezitiert. Bei dem folgenden Teil der Āyah gibt es die Möglichkeit an einer von zwei Stellen bei der Rezitation abzusetzen (al-Waqf):

وَمَا يَعْلَمُ تَأْوِيلَهُ إِلَّا اللَّهُ وَالرَّاسِخُونَ فِي الْعِلْمِ يَقُولُونَ آمَنَّا بِهِ كُلٌّ مِنْ عِنْدِ رَبِّنَا

„Und niemand kennt seine Deutung außer Allah. Und die im Wissen fest Gegründeten sagen: ‚Wir haben Iman daran. Alles ist von unserem Herrn.‘“

Man kann diese Stelle also auf zwei Arten lesen, auf die eben genannte Art, oder aber verbunden:

„Und niemand kennt seine Deutung außer Allah und die im Wissen fest Gegründeten. Sie sagen: ‚Wir haben Iman daran. Alles ist von unserem Herrn.‘“

Im ersten Fall ist die Rede von einem Wissen, welches nur Allah kennt. Im zweiten Fall von einem Wissen, welches Allah kennt und auch die im Wissen fest Gegründeten.

In dieser Ansprache hatte ich den Waqf – also das Stehenbleiben bei der Rezitation – anders durchgeführt, als ich dies normalerweise bei dieser Āyah zu tun pflege. Auch bei einer früheren Rezitation hatte ich den Waqf anders durchgeführt.

Hier die beiden Rezitationen zum Vergleich:

Rezitation mit dem gängigen Waqf (mit Übersetzung)

Rezitation mit dem seltenen Waqf

Bei jener hier wiedergegebenen Rezitation wollte ich darauf hinweisen, dass die Salaf bei der Frage des Waqf in dieser Āyah zwei unterschiedliche Vorgehensweisen hatten. Die meisten davon lasen sie nicht so, wie ich in diesem Gebet gelesen habe. Es wird jedoch von mehreren auch diese Leseweise überliefert. So z. B. vor allem von Ibnu ʿAbbās, Mujāhid und ar-Rab īʿ ibnu Anas.

Es handelt sich bei dieser Angelegenheit um eine bekannte Frage im Tafsīr, die auch im Bereich der ʿAqīdah eine Rolle spielt. Auf die genauen Gründe für diese unterschiedliche Lesung kann ich hier nicht näher eingehen. Jedoch sollte gesagt sein, dass sich die Salaf und alle Muslime nach ihnen natürlich einig waren/sind, dass es Dinge gibt, die nur Allah weiß, ebenso wie es Dinge gibt, welche von der Allgemeinheit der Menschen nicht gewusst werden, durchaus aber von den im Wissen fest Gegründeten, also den in der Āyah erwähnten „ar-Rāsikhūna fī-l-ʿIlm“.

Der Meinungsunterschied war/ist lediglich in der Frage, was nun genau in der Āyah bei der jeweiligen Rezitation ausgesagt wird und über welchen Aspekt die Āyah primär spricht.

Wallahu taʿālā aʿlam ... und Allah weiß es am besten.