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At-Tabari über diesen Vers

Die Anwendung der Wortwurzel salima im Koran - Das Gleichnis des Monotheisten und des Polytheisten · Volltext-Kapitel aus dem Buch Die Lehre des Monotheismus · Als PDF lesen

At-Tabari erklärt in seinem Tafsir zum erwähnten Vers Folgendes:

﴿وَرَجُلًا سَلَمًا لِرَجُلٍ﴾، يَقُولُ: وَرَجُلًا خلُوصًا لِرَجُلٍ يَعْنِي الْمُؤْمِنَ الْمُوَحِّدَ الَّذِي أَخْلَصَ عِبَادَتَهُ لِلَّهِ، لَا يَعْبُدُ غَيْرَهُ ... وَذَلِكَ أَنَّ السَّلَمَ مَصْدَرٌ مِنْ قَوْلِ الْقَائِلِ: سَلِمَ فُلَانٌ لِلَّهِ سَلَمًا بِمَعْنَى: خَلَصَ لَهُ خُلُوصًا ...

„Und das Beispiel eines Mannes, der voll und ganz nur einem einzigen Herrn ergeben ist“, Allah sagt (hiermit) also: „Und ein Mann, der rein und ausschließlich einem Herrn gehört.“ Er meint den mu'min muwahhid70, der seine 'Ibadah für Allah alleine reinigt, und niemanden anderen anbetet …

Das Wort salam ist der masdar von salima. So sagt man: „salima li-llahi salaman“ mit der Bedeutung „khalasa lahu khulusan“71.

At-Tabari erwähnt hier also auch ausdrücklich, dass die eine Person in diesem Beispiel ein Muslim und muwahhid ist, welcher seine Taten allesamt für Allah سبحانه وتعالى tut und sie vom Shirk/Polytheismus reinigt. Für so jemanden gibt es keinen weiteren Ilah und keinen weiteren sharik/Teilhaber.

In diesem Koran-Vers liegt also ein Beispiel für diese beiden Gegensätze, den Muslim und den Mushrik. Danach heißt es nochmals deutlich: „Sind diese beiden etwa einander gleich?!“

Abgesehen davon wird hier wiederum deutlich der Ikhlas als Bedeutung des Islam erwähnt. Es wurde bereits zuvor auf diesen bedeutenden Zusammenhang hingewiesen. Die beiden Wörter salim und khalis beschreiben sprachlich und inhaltlich gleichermaßen die Eigenschaft eines Menschen, frei und unversehrt vom Polytheismus zu sein. Ebenso verhält es sich mit den beiden Wörtern „Islam“ und „Ikhlas“, welche sich in derselben Weise vom jeweils zuvor genannten, entsprechenden Wort ableiten.

At-Tabari überliefert die von ihm erwähnte Erklärung dieses Verses auch von einigen Salaf, also von den bedeutenden Gelehrten der ersten Generationen der Muslime.

Darunter folgende Aussage von 'Abdurrahman ibnu Zaid ibni Aslam رحمه الله, der über diesen Vers sagte:

حَدَّثَنِي يُونُسُ، قَالَ: أَخْبَرَنَا ابْنُ وَهْبٍ، قَالَ: قَالَ ابْنُ زَيْدٍ، فِي قَوْلِهِ: {ضَرَبَ اللَّهُ مَثَلًا رَجُلًا فِيهِ شُرَكَاءُ مُتَشَاكِسُونَ وَرَجُلًا سَلَمًا لِرَجُلٍ} [الزمر: 29] ... فَإِنَّمَا هَذَا مَثَلٌ ضَرَبَهُ اللَّهُ لِهَؤُلَاءِ الَّذِينَ يَعْبُدُونَ الْآلِهَةَ، وَجَعَلُوا لَهَا فِي أَعْنَاقِهِمْ حُقُوقًا، فَضَرَبَهُ اللَّهُ مَثَلًا لَهُمْ، وَلِلَّذِي يَعْبُدُهُ وَحْدَهُ {هَلْ يَسْتَوِيَانِ مَثَلًا الْحَمْدُ لِلَّهِ بَلْ أَكْثَرُهُمْ لَا يَعْلَمُونَ} [الزمر: 29]» وَفِي قَوْلِهِ: «وَرَجُلًا سَالِمًا لِرَجُلٍ» يَقُولُ: «لَيْسَ مَعَهُ شِرْكٌ»

Dies ist ein Gleichnis, das Allah gab, für jene, die die Alihah72 anbeten. Sie glaubten, dass (diese Alihah) ein Anrecht73 auf sie hätten… und für jenen, der nur Allah alleine anbetet. „Sind diese beiden etwa einander gleich?! Gepriesen sei Allah! Die meisten aber wissen es nicht“.

(…und ein Mann, der ausschließlich einem einzigen Herrn gehört) d.h. Jemand, der (grundsätzlich und ausnahmslos) keinen Shirk begeht.

Am Ende erklärt at-Tabari schließlich:

﴿بَلْ أَكْثَرُهُمْ لا يَعْلَمُونَ﴾ يَقُولُ جَلَّ ثَنَاؤُهُ: وَمَا يَسْتَوِي هَذَا الْمُشْتَرَكُ فِيهِ، وَالَّذِي هُوَ مُنْفَرِدٌ مُلْكُهُ لِوَاحِدٍ، بَلْ أَكْثَرُ هَؤُلَاءِ الْمُشْرِكِينَ بِاللَّهِ لَا يَعْلَمُونَ أَنَّهُمَا لَا يَسْتَوِيَانِ، فَهُمْ بِجَهْلِهِمْ بِذَلِكَ يَعْبُدُونَ آلِهَةً شَتَّى مِنْ دُونِ اللَّهِ.

„Die meisten aber wissen es nicht“, d.h.: Dieser unter mehreren (Herren) Aufgeteilte und derjenige, der nur einem Herrn gehört, sind sich nicht gleich.

Aber die meisten dieser „Allah etwas Beigesellenden“74 wissen nicht, dass diese beiden sich nicht gleichen. In ihrer Unwissenheit darüber beten sie etliche unterschiedliche Alihah neben Allah an.

Fußnoten

  1. Das arabische Wort muwahhid ist der ismu l-fa'il, also das Partizip aktiv zum Wort Tauhid. Es handelt sich dabei um jene Person, die den Tauhid ausführt, wörtlich „der Vereinende bzw. zu eins Machende“. Mit dem Wort ist also der Monotheist gemeint, der seinem Schöpfer weder in der Anbetung noch in anderen Belangen etwas beigesellt. Dass at-Tabari dies hier nochmals ausdrücklich erwähnt, ist eine weitere Bekräftigung dieser Bedeutung. Daneben zeigt es auch die Tatsache, dass die Begriffe Tauhid und muwahhid bzw. im Plural muwahhidun geläufige Wörter bei der frühen islamischen Gelehrsamkeit waren.
  2. Es ist also ersichtlich, dass diese beiden Sätze bzw. Wörter gleichbedeutend sind „salima salaman = khalasa khulusan“. Beides bedeutet also: „Er gehört rein (nur) Allah und fügt sich nur Ihm.“
  3. Auf das wichtige Wort Alihah bzw. im Sg. Ilah, wurde zuvor schon bei der Bedeutung des Glaubensbekenntnisses eingegangen. Es geht hier also um die Angebeteten bzw. Gottheiten in diesem Sinne, welche sich die Mushrikun zur Verehrung nahmen.
  4. Durch ihre Überzeugungen erteilten sie den Götzen also Rechte über sich selbst. Die Mushrikun glaubten, diese Rechte erfüllen zu müssen. Alle Überzeugungen und Taten, die damit verbunden waren, sind Formen der Anbetung, welche ausschließlich dem einen Herrn gebührt.
  5. Im Arabischen sagt er hier „al-Mushrikuna bi-llah“. Das Wort Mushrik ist wie bereits erklärt der ismu l-fa'il (Partizip aktiv) zum Verb ashraka, also „der Beigesellende“. Es kann im Grunde nicht eindeutiger gesagt werden, dass es sich hier um Leute handelt, die die Tat des Shirk tun und deshalb als Mushrikun bezeichnet werden müssen. Auf diese Aussage von at-Tabari wird im späteren Verlauf nochmals eingegangen.