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Die Zeit der Fremde

Der Aufruf zum ursprünglichen Monotheismus damals und heute · Volltext-Kapitel aus dem Buch Die Lehre des Monotheismus · Als PDF lesen

Wie bereits mehrfach angesprochen wurde, zeigt die historische Realität der letzten Jahrhunderte und Jahrtausende deutlich, dass die einzelnen religiösen Lehren nach ihrem jeweiligen Verkünder zunehmend verändert wurden und vieles davon in Vergessenheit geriet.

Geschichtlich betrachtet ist dieser Vorgang also nichts Ungewöhnliches. Vielmehr handelt es sich um einen Prozess, der sich stets wiederholte. Wann immer ein Prophet عليه السلام verstarb, geriet die gemeinsame Botschaft aller Propheten nach und nach in Vergessenheit. Aus den Geschichten der einzelnen Völker im Koran, wie auch in der Bibel, zeigt sich, dass dieser Zustand so lange anhielt und sich intensivierte, bis der Schöpfer schließlich einen neuen Propheten entsandte, um die ursprüngliche Botschaft des Monotheismus (Tauhid) zu erneuern. Diese Erneuerung durch einen Gesandten erfolgte immer dann, wenn die Unwissenheit in dem betreffenden Volk ein Äußerstes erreicht hatte. Deshalb fand der jeweilige Prophet sein Volk fern vom Tauhid und in den Tiefen des Polytheismus vor.

Interessanterweise wird dieser Umstand als – aus damaliger Sicht – zukünftige Entwicklung in Bezug auf den Islam auch konkret in den frühen islamischen Quellen erwähnt.

In diesem Sinne überliefert Muslim رحمه الله in seinem Sahih-Werk von Abu Hurairah رضي الله عنه, dass der Prophet صلى الله عليه وسلم sagte:

عَنْ أَبِي هُرَيْرَةَ، قَالَ: قَالَ رَسُولُ اللهِ صَلَّى اللهُ عَلَيْهِ وَسَلَّمَ: «بَدَأَ الْإِسْلَامُ غَرِيبًا، وَسَيَعُودُ كَمَا بَدَأَ غَرِيبًا، فَطُوبَى لِلْغُرَبَاءِ»

Der Islam begann fremd, und er wird auch so wiederkehren, wie er begann, fremd. Und alles Gute den Fremden60.

Fußnoten

  1. Es handelt sich hier um eine wörtliche Übersetzung. Gemeint ist, dass die Leute, die diese Fremde erleben und doch am Islam festhalten, in den Augen der Menschen Fremde sein werden. Sodann lobt sie der Gesandte mit den zitierten Worten für ihr Festhalten an der unverfälschten Religion in jener Zeit der Unwissenheit (jahiliyyah).