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„Die Fehler sind den Muslimen verziehen“

Diverse Behauptungen · Volltext-Kapitel aus dem Buch Die Lehre des Monotheismus · Als PDF lesen

Manche Leute wollen die irrige Vorstellung eines polytheistischen Muslims durch die Behauptung erhärten, der Gemeinschaft Muhammads صلى الله عليه وسلم, also den Muslimen, würden all ihre Fehler von Allah سبحانه وتعالى nachgesehen, sofern sie es nicht besser wussten. Hierzu führen sie folgenden Vers an:

﴿وَلَيْسَ عَلَيْكُمْ جُنَاحٌ فِيمَا أَخْطَأْتُمْ بِهِ وَلَكِنْ مَا تَعَمَّدَتْ قُلُوبُكُم﴾

Es ist für euch keine Sünde in dem, worin ihr einen Fehler gemacht habt, sondern was eure Herzen vorsätzlich anstreben.

(Sure al-Ahzab, 33:5)

Zuzüglich wird in diesem Bezug noch folgender Hadith erwähnt:

Durch Ibnu 'Abbas wird vom Propheten صلى الله عليه وسلم überliefert:

عَنْ ابْنِ عَبَّاسٍ، عَنْ النَّبِيِّ صَلَّى اللَّهُ عَلَيْهِ وَسَلَّمَ قَالَ: «إِنَّ اللَّهَ وَضَعَ عَنْ أُمَّتِي الْخَطَأَ وَالنِّسْيَانَ وَمَا اسْتُكْرِهُوا عَلَيْهِ»

Wahrlich, Allah hat meiner ummah den Fehler und das Vergessen vergeben, und das, wozu sie gezwungen wurden.157

Das Problem von jemandem, der so argumentiert, besteht darin, dass er selbst unter einem Verständnisproblem über die grundlegenden Prinzipien des Islam leidet. So jemand denkt nämlich, dass die „ummah von Muhammad صلى الله عليه وسلم“, die in dem Koran-Vers und im zitierten Hadith angesprochen wurde, all jene Menschen beschreibt, die sich einfach nur zu dieser Gemeinschaft bekennen. Dabei ist es ihnen völlig egal, wie viel und welchen Polytheismus diese „Muslime“ begehen.

Aus islamischer Sicht stellt sich die Frage, wie diesen Menschen ihr Shirk vergeben werden soll, wo im Koran doch ausdrücklich gesagt wird, dass ebendieser Shirk nicht vergeben wird?

Solche Gedanken erinnern stark an die Idee des auserwählten Volkes im heutigen Judentum. Wer mit der Bezeichnung „Muslim“ geboren wurde, bzw. wer dies im Pass stehen hat, genießt das Privileg, zur auserwählten Gruppe zu gehören. Egal was er macht, am Ende wird er schließlich als etwas besserer oder schlechterer Auserwählter ins Paradies eingehen.

Diese eigenartige Idee ist natürlich absurd und dem Islam völlig fremd. Umso bezeichnender für die vorherrschende Unwissenheit der Leute, die sich heute als Muslime ansehen, dass sehr viele von ihnen dieser Theorie des auserwählten Volkes bewusst oder unbewusst anhängen.

Das ist auch der Grund, warum sich Leute mit so einer Einstellung kaum anstrengen, um das Paradies zu erlangen. Der Platz im Paradies ist ihm oder ihr ohnehin sicher. Die einzige Frage ist vielleicht noch, ob er gleich seinen Platz im Paradies einnehmen darf oder vorher noch einige wenige Sünden abbüßen muss. Aus islamischer Sicht also eine Lebensauffassung mit verheerenden Folgen.

Dieses Scheinargument braucht, nach den bisher schon zahlreich erwähnten Beweisen, also keine weitere Erklärung. Wer ein Grundverständnis für den Islam mitbringt, kann so eine Behauptung im Grunde nicht vorbringen. Bei einem Polytheisten handelt es sich keinesfalls um einen Angehörigen der „ummah Muhammads صلى الله عليه وسلم“, deshalb beziehen sich diese Texte von Grund auf nicht auf solche Leute.

Zusätzlich ist zu sagen, dass ein Muslim nicht einfach aus Vergesslichkeit oder einem einfachen Fehler Polytheismus betreibt. Diese Vorstellungen sind absurd. Ebenso ist ein Mensch, der zum „Unglauben“ gezwungen wird, nicht mit jemandem gleichzusetzen, der Handlungen des Polytheismus aus freien Stücken begeht. Dies ist an sich eine Selbstverständlichkeit. Das Thema des Zwanges wird in Kürze noch in einem eigenen Kapitel angesprochen.

Fußnoten

  1. Überliefert in as-Sunan von Ibnu Majah und in zahlreichen anderen Werken, in diesem oder ähnlichem Wortlaut.