Das Gedicht von Zaid ibnu 'Amr ibni Nufail رضي الله عنه
Von dem oben genannten Gedicht von Zaid ibnu 'Amr رضي الله عنه findet man in einigen Büchern der Sirah (Prophetenbiografien)89 noch folgende Verse:
وَأَسْلَمْتُ وَجْهِي لِمَنْ أَسْلَمَتْ ... لَهُ الْأَرْضُ تَحْمِلُ صَخْرًا ثِقَالًا
دَحَاهَا فَلَمَّا رَآهَا اسْتَوَتْ ... عَلَى الْمَاءِ أَرْسَى عَلَيْهَا الْجِبَالَا
وَأَسْلَمْتُ وَجْهِي لِمَنْ أَسْلَمَتْ ... لَهُ الْمُزْنُ تَحْمِلُ عَذْبًا زُلَالًا
إذَا هِيَ سِيقَتْ إلَى بَلْدَةٍ ... أَطَاعَتْ فَصَبَّتْ عَلَيْهَا سِجَالًا
Ich habe mein Gesicht dem gefügt, dem sich
fügte die schwere Felsen tragende Erde.
Er breitete sie aus und als sie eben wurde, festigte Er sie
als Ganzes und verankerte in ihr die Berge.
Und ich habe mein Gesicht dem gefügt, dem sich
auch die reines Wasser tragenden Wolken ergaben.
Sobald sie zu einem Land geführt werden,
gehorchen sie und gießen auf es Massen an Wasser.
In all diesen Versen verwendete Zaid ibnu 'Amr stets das Wort aslama, als er sagte „aslamtu wajhiya/ich habe mein Gesicht hingegeben“. Das Interessante bei diesen Gedichtversen ist, dass es sich dabei um ein vorislamisches Gedicht handelt!
Es ist also ein Gedicht, welches aus der Zeit vor dem speziellen Islam90 stammt. Der allgemeine Islam, der Tauhid, war jedoch vorhanden, denn er bildet die Botschaft aller Propheten عليهم السلام.
Zaid ibnu 'Amr lernte den Propheten صلى الله عليه وسلم zwar kennen, jedoch vor seiner Entsendung. Er verstarb also vor der ersten Offenbarung. Trotzdem gehörte er den sog. hunafa' an, einer Gemeinschaft von Leuten, die sich schon vor dem Aufkommen des Islam auf die reine monotheistische Lehre Abrahams bezogen hatten.
Die hunafa' waren in diesem Sinne also schon vor der Lehre Muhammads Monotheisten und somit Muslime, im allgemeinen Sinne des Wortes, weshalb sie den Götzendienst ablehnten. Aus diesem Grund wird die reine und unverfälschte monotheistische Lehre Abrahams im Arabischen auch als al-Hanifiyyah bezeichnet.
Diese Leute kannten also den Islam, ohne auch nur einen Vers des Koran gehört zu haben. Wie man am obigen Beispiel sehen kann, verkündeten sie ihre Überzeugung auch in ihren Gedichten. Die hunafa' lehnten die Götzendienerei ab und waren sich ihrer Falschheit völlig bewusst.
Weiters zeigt sich aus dem erwähnten Gedicht klar die sprachliche Bedeutung des Wortes Islam bzw. aslama, da es sich um ein Gedicht aus der Zeit vor dem (speziellen) Islam handelt.
Das Wort konnte zur damaligen Zeit nur in seiner sprachlichen Bedeutung verwendet worden sein, weshalb sich der Text gut eignet, um ebendiese sprachliche Bedeutung zu verdeutlichen.