Die Konsequenz der Gleichbehandlung aller unwissenden Polytheisten
Wie zuvor schon angesprochen wurde, muss die fehlerhafte Einschätzung des Glaubensbekenntnisses auch weitere fehlerhafte Konsequenzen nach sich ziehen.
Auch wurde dies bereits bei der Besprechung der Religion Abrahams (millatu Ibrahim) an einem Beispiel demonstriert. Die vorislamischen, arabischen Götzendiener zählten sich zum Din von Ibrahim عليه السلام und waren darüber hinaus sogar davon überzeugt bei Allah سبحانه وتعالى eine besonders hohe Stellung zu haben, weil sie die Hüter der ka'bah, des von Ibrahim عليه السلام erbauten Hauses waren.
Jene Götzendiener glaubten auch an die Existenz Allahs, beteten Ihn an und verrichteten einige ihrer rituellen Handlungen ('Ibadat) sogar nur für Ihn. Sie bekannten sich also zum allgemeinen Islam und glaubten sich selbst auf dem Din von Ibrahim عليه السلام. Dies alles machte sie aber im Konsens nicht zu Muslimen.
Wer also einen Polytheisten aufgrund seines Bekenntnisses zum speziellen Islam von Muhammad صلى الله عليه وسلم als Muslim betrachtet, kommt keinesfalls umhin, jene früheren Polytheisten ebenso als Muslime zu bezeichnen.
Die damaligen Polytheisten müssten dann sogar noch eher Muslime gewesen sein, da die Unwissenheit bei ihnen viel stärker verbreitet war, als in der Zeit nach der Entsendung des Propheten صلى الله عليه وسلم bis zum heutigen Tage.
Immerhin gab es damals kein vollständiges unverfälschtes Buch von Ibrahim عليه السلام wie den Koran heute. Die Menschen kannten zu jener Zeit, wenn überhaupt, nur die Überreste der Religion von Ibrahim عليه السلام, ohne auch nur einen niedergeschriebenen Vers von diesem Propheten zu besitzen.