Der Islam ist die Religion von Abraham (millatu Ibrahim) - Der Polytheist widerspricht dieser fundamental
Wie sich an den obigen Versen bereits klar gezeigt hat, ist der Islam die Religion von Abraham, die im Koran mehrfach mit dem Begriff millatu Ibrahim erwähnt und auf verschiedene Arten erläutert wird.
Die Religion von Ibrahim bedeutet, nur Allah anzubeten. Sie ist der allgemeine Islam mit dem alle Propheten عليهم السلام entsandt wurden. Deshalb ist es eine Selbstverständlichkeit, dass dem Propheten des Islam und ebenso seinen Anhängern das Befolgen dieser Religion aufgetragen ist. Trotzdem wird dieser Umstand im Koran ausdrücklich erwähnt und bekräftigt. So heißt es hierzu im Koran:
﴿ثُمَّ أَوْحَيْنَا إِلَيْكَ أَنِ اتَّبِعْ مِلَّةَ إِبْرَاهِيمَ حَنِيفًا وَمَا كَانَ مِنَ الْمُشْرِكِينَ﴾
Sodann trugen wir dir auf: Folge dem Din von Ibrahim, als Hanif, und er war nicht von den Mushrikin.
(Sure an-Nahl, 16:123)
Auch hierdurch zeigt sich, dass ein Polytheist die Religion von Ibrahim und damit auch den islamischen Monotheismus nicht erfüllt haben kann. Wie gesagt zeigt sich dies an zahlreichen Stellen des Koran. Das bisher Genannte soll uns jedoch im Hinblick auf den Umfang dieses kurzgefassten Buches genügen.
Wäre der Islam ein bloßes Lippenbekenntnis, müssten die arabischen Götzendiener Muslime gewesen sein
Wäre es möglich, dass ein Mensch durch das bloße Bekenntnis zu einem Anhänger des Islam würde, wobei er durch diverse Taten, Aussagen und Überzeugungen diesem Bekenntnis fundamental widerspricht, dann müssten auch alle vorislamischen Götzendiener zweifelsohne als tatsächliche Anhänger der Religion Abrahams gelten.
Es steht außer Zweifel, dass jene Götzendiener sich selbst der Religion Abrahams zuzählten. Viele davon waren sich jedoch überhaupt nicht darüber im Klaren, dass ihr Götzendienst der Grundlage jener Religion widerspricht. Sie waren also unwissend darüber.
Trotz dieser Unwissenheit herrscht unter Muslimen seit jeher ein Konsens darüber, ebendiese Götzendiener nicht als Muslime zu bezeichnen, sondern als Mushrikun. Keiner der frühen Gelehrten wäre auf die Idee gekommen, jene Götzendiener wegen ihres bloßen Bekenntnisses als Muslime, hunafa' oder Monotheisten zu bezeichnen. Dieser Sachverhalt ist derartig deutlich, dass bis heute eigentlich niemand diese Behauptung aufstellt.
Jemand, der sich nun dem Islam von Muhammad صلى الله عليه وسلم zuzählt, aber dessen Grundlage ebenso widerspricht wie die vorislamischen Götzendiener, kann klarerweise ebenso wenig als Monotheist betrachtet werden. Dabei ist es völlig nebensächlich, ob sich die einzelne Person ihrer Lage nun bewusst ist oder nicht, denn der Kenntnisstand über die eigene Lage ändert nichts an der Frage, ob eine Person faktisch jemand anderen anbetet, also Polytheismus betreibt, oder nur Allah anbetet und somit den Monotheismus umsetzt.