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„Wenn der kufr durch Unwissenheit entschuldigt sein kann, müsste dies auch für den Shirk gelten“

Diverse Behauptungen · Volltext-Kapitel aus dem Buch Die Lehre des Monotheismus · Als PDF lesen

Ein weiteres Scheinargument besteht in der Tatsache, dass die Entschuldigung durch Unwissenheit durchaus ein Entschuldigungsgrund ist, wenn jemand z. B. einen Koran-Vers ablehnt, weil er gar keine Kenntnis über diesen Vers hatte.

Diesem falschen Verständnis wurde in einem vorausgehenden Kapitel schon ausreichend begegnet. Es sollte hier lediglich nochmals darauf hingewiesen werden, da hier und da auch diese Behauptung vorgebracht wird, um die Idee eines „polytheistischen Muslims“ zu ermöglichen.

Wie zuvor schon ausführlich erklärt, kommt es bei diesem Fall der Ablehnung eines Koran-Verses gar nicht erst zum eigentlichen kufr. Wenn ein Mensch keine Kenntnis über einen speziellen Koran-Vers besitzt, kann man auch nicht von einer Ablehnung dieses Verses sprechen. Tatsächlich hat dieser Mensch jenen Offenbarungstext nur deshalb bestritten, weil er kein gesichertes Wissen darüber besaß, ob es sich überhaupt um einen Offenbarungstext handelt.

Aus dem Gesagten zeigt sich auch die Widersprüchlichkeit der Frage: „Wenn ein Mensch im kufr entschuldigt sein kann, warum kann er dann nicht auch im Shirk entschuldigt sein?“

Wenn ein Mensch etwas äußert oder innerlich glaubt, das ihn tatsächlich zum Nicht-Muslim macht, dann gibt es im Nachhinein auch keinen Hinderungsgrund mehr. Lediglich durch die taubah, also das Ablassen von der Sache und die reuige Umkehr, kann der Mensch einen solchen Umstand unwirksam machen.

Wie schon vorher gezeigt wurde, kommt es aber von Vornherein nicht zum kufr, wenn eine Person z. B. einen Offenbarungstext aus völliger Unwissenheit verneint, eine Aussage des Unglaubens im Schlaf tätigt oder Ähnliches.

Mit solchen Situationen ließe sich also keinesfalls begründen, wie ein Polytheist aufgrund seiner Unwissenheit zum Monotheisten werden sollte. Wie in diesem Buch mehrfach erklärt wurde, macht schon die bloße Unwissenheit einer Person über den Monotheismus ein Zustandekommen des Islam unmöglich. Deshalb könnte ein Polytheist auch nicht aufgrund seiner Unwissenheit als Monotheist deklariert werden.