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Der Shirk vernichtet alle guten Taten

Hauptteil · Volltext-Kapitel aus dem Buch Die Lehre des Monotheismus · Als PDF lesen

Der Shirk verursacht im Konsens der muslimischen Gelehrten das Verlorengehen aller Taten. Andere Sünden, wie Diebstahl, Lügen usw. können die guten Taten teilweise auslöschen, jedoch nicht alle.

Die Behauptung, ein Mensch könne den Shirk praktizieren und gleichzeitig Muslim sein, widerspricht dem unweigerlich.

So spricht Allah سبحانه وتعالى im Koran den Gesandten selbst mit folgenden Worten an:

﴿وَلَقَدْ أُوحِيَ إِلَيْكَ وَإِلَى الَّذِينَ مِنْ قَبْلِكَ لَئِنْ أَشْرَكْتَ لَيَحْبَطَنَّ عَمَلُكَ وَلَتَكُونَنَّ مِنَ الْخَاسِرِينَ﴾

Und es wurde dir bereits eingegeben, und denen vor dir: Wenn du den Shirk begehen würdest, dann würden alle deine Taten sicher131 verloren gehen und du würdest sicher von den Verlierern sein.

(Sure az-Zumar, 39:65)

Hier ist also der Gesandte صلى الله عليه وسلم direkt angesprochen, wobei er aber im Konsens der islamischen Gelehrsamkeit vor dem Shirk bewahrt war. In dem Vers wird also zur Verdeutlichung eine Sache angenommen, von der völlig klar ist, dass sie nicht vorfällt. Die arabischen Gelehrten nannten dies auch fardu l-mustahil. Es ist also offensichtlich, dass diese Botschaft nicht in erster Linie an ihn gerichtet ist, sondern an jene Menschen, die durch die Botschaft des Koran angesprochen sind132.

Die Bedeutung ist demnach: „Wenn sogar der Prophet صلى الله عليه وسلم alle seine (guten) Taten durch eine einzige Shirk-Tat verlieren und infolgedessen sicher zu den Verlierern gehören würde, dann wird dieser Verlust alle anderen Menschen sicherlich viel eher treffen.“

Aus den islamischen Quelltexten ist zu entnehmen, dass die Propheten عليهم السلام als die am schwersten geprüften Menschen überhaupt gelten. Ihre Taten sind die besten Handlungen, die überhaupt von Menschen unternommen wurden.

Muhammad صلى الله عليه وسلم nimmt darüber hinaus nochmals eine besondere Stellung unter den Propheten ein. Er ist das Siegel der Propheten. Erst wenn man dies alles bedenkt, wird einem das Ausmaß der Aussage im Vers klar. Das ganze Leben des Siegels der Propheten wäre durch eine einzige Tat des Polytheismus hinfällig. Das Ertragen der schweren Offenbarung, sein Aufruf zu dieser Religion, seine Standhaftigkeit gegenüber der Feindschaft der Götzendiener.

Wenn also all diese Taten durch den Shirk verloren gehen würden, werden dann die weniger bedeutenden Taten irgendwelcher Polytheisten erhalten bleiben und ihnen in weiterer Folge den Eintritt ins Paradies ermöglichen?

In einem weiteren Vers wird genau dieser Gedanke nochmals deutlich in derselben Art und Weise über die anderen Gesandten عليهم السلام formuliert:

﴿وَتِلْكَ حُجَّتُنَا آتَيْنَاهَا إِبْرَاهِيمَ عَلَى قَوْمِهِ نَرْفَعُ دَرَجَاتٍ مَنْ نَشَاءُ إِنَّ رَبَّكَ حَكِيمٌ عَلِيمٌ (83) وَوَهَبْنَا لَهُ إِسْحَاقَ وَيَعْقُوبَ كُلًّا هَدَيْنَا وَنُوحًا هَدَيْنَا مِنْ قَبْلُ وَمِنْ ذُرِّيَّتِهِ دَاوُودَ وَسُلَيْمَانَ وَأَيُّوبَ وَيُوسُفَ وَمُوسَى وَهَارُونَ وَكَذَلِكَ نَجْزِي الْمُحْسِنِينَ (84) وَزَكَرِيَّا وَيَحْيَى وَعِيسَى وَإِلْيَاسَ كُلٌّ مِنَ الصَّالِحِينَ (85) وَإِسْمَاعِيلَ وَالْيَسَعَ وَيُونُسَ وَلُوطًا وَكُلًّا فَضَّلْنَا عَلَى الْعَالَمِينَ (86) وَمِنْ آبَائِهِمْ وَذُرِّيَّاتِهِمْ وَإِخْوَانِهِمْ وَاجْتَبَيْنَاهُمْ وَهَدَيْنَاهُمْ إِلَى صِرَاطٍ مُسْتَقِيمٍ (87) ذَلِكَ هُدَى اللَّهِ يَهْدِي بِهِ مَنْ يَشَاءُ مِنْ عِبَادِهِ وَلَوْ أَشْرَكُوا لَحَبِطَ عَنْهُمْ مَا كَانُوا يَعْمَلُونَ (88) أُولَئِكَ الَّذِينَ آتَيْنَاهُمُ الْكِتَابَ وَالْحُكْمَ وَالنُّبُوَّةَ فَإِنْ يَكْفُرْ بِهَا هَؤُلَاءِ فَقَدْ وَكَّلْنَا بِهَا قَوْمًا لَيْسُوا بِهَا بِكَافِرِينَ﴾

Und dies ist Unser Argument, welches Wir Ibrahim seinen Leuten gegenüber gaben. Wir erhöhen um Stufen, wen Wir wollen. Gewiss, dein Herr ist allweise, allwissend.

Und Wir schenkten ihm Ishaq und Ya'qub. Beide leiteten Wir recht. Und Nuh hatten Wir schon vorher rechtgeleitet, und von seiner Nachkommenschaft: Dawud, Sulaiman, Ayyub, Yusuf, Musa und Harun. So belohnen Wir die Rechttuenden.

Und ebenso Zakariyya, Yahya, 'Isa und Ilyas. Sie alle gehören zu den Rechtschaffenen. Sowie auch Isma'il, al-Yasa', Yunus und Lut. Sie alle haben Wir vor den Menschen ausgezeichnet. Und auch von ihren Vätern, Nachkommen und Brüdern. Wir erwählten sie aus und leiteten sie zum geraden Weg recht.

Dies ist die Rechtleitung Allahs, damit leitet Er recht, wen Er will von Seinen Dienern. Und hätten sie Shirk betrieben, wäre ihnen gewiss (alles) verloren gegangen, was sie (an guten Taten) zu tun pflegten.

Diese sind diejenigen, denen Wir die Schrift, das Urteil und das Prophetentum gegeben haben. Wenn aber diese es verleugnen, so haben Wir damit schon (andere) Leute betraut, die dem gegenüber keinen kufr begehen.

(Sure al-An'am, 6:83-89)

Kapitel dieses Abschnitts

Fußnoten

  1. Die Aussage wurde im Vers zwei Mal mit dem schweren nun der Bekräftigung (nunu t-taukidi th-thaqilah) bekräftigt, was im Deutschen mit „sicher“ wiedergegeben wurde.
  2. Gemäß der Aussage des Koran selbst (siehe 7:158) richtet sich die Botschaft des Islam seit der Entsendung des Propheten صلى الله عليه وسلم an die ganze Menschheit.