Ein Polytheist kann nur durch taubah vom Shirk in den Islam eintreten
Im folgenden Vers des Koran in Sure at-Taubah ist beschrieben, auf welche Art und Weise ein Götzendiener in den Islam eintreten kann:
﴿فَإِنْ تَابُوا وَأَقَامُوا الصَّلَاةَ وَآتَوُا الزَّكَاةَ فَإِخْوَانُكُمْ فِي الدِّينِ﴾
„Und wenn sie taubah machen … dann sind sie eure Brüder im Din …“
(Sure at-Taubah, 9:11)
Demzufolge können Mushrikun, also Götzendiener, nur dann zu Glaubensbrüdern der Muslime werden, „wenn sie taubah machen“.
Mit dem arabischen Wort taubah wird die reuige Umkehr von einer Sünde beschrieben. Diese Reue erfordert das völlige Ablassen von dieser Sünde. Die hier gemeinte Sünde ist der Polytheismus.
Dies wird auch ausdrücklich von den frühen Tafsir-Gelehrten überliefert. So überliefert z. B. Ibnu Abi Hatim in seinem Tafsir von Muqatil ibnu Hayyan und von ad-Dahhak folgende Erklärung dieses Verses:
فَإِنْ تَابُوا مِنَ الشِّرْكِ ...
D.h.: Wenn sie taubah vom Shirk machen …
Nur Allah سبحانه وتعالى anzubeten und die Anbetung anderer zu unterlassen, ist der grundlegendste Inhalt des Islam. Das islamische Glaubensbekenntnis hat genau diese Bedeutung.
Ein Mensch kann also überhaupt erst in den Islam eintreten, wenn er frei vom Shirk ist. Wie könnte es also sein, dass ein Mensch diese Voraussetzung für den Islam nicht erfüllt, aber dennoch ein Muslim ist?
Dieselbe Bedeutung lässt sich auch aus dem folgenden Vers ersehen:
﴿إِلاَّ الَّذِينَ تَابُواْ وَأَصْلَحُواْ وَاعْتَصَمُواْ بِاللّهِ وَأَخْلَصُواْ دِينَهُمْ لِلّهِ فَأُوْلَـئِكَ مَعَ الْمُؤْمِنِينَ وَسَوْفَ يُؤْتِ اللّهُ الْمُؤْمِنِينَ أَجْراً عَظِيماً﴾
Außer jenen, die bereuen, korrigieren, an Allah festhalten und ihren Din für Allah rein machen130, diese sind mit den mu'minin. Und Allah wird den mu'minin eine gewaltige Belohnung zuteil werden lassen.
(Sure an-Nisa', 4:146)
Wenn ein Mushrik also das Bekenntnis zum Islam bezeugt, betet und fastet, aber den Shirk nicht unterlässt, kann er im Konsens nicht in den Islam eintreten.
Hätte zur damaligen Zeit z. B. einer der vorislamischen Götzendiener der Araber den Islam bezeugt, aber weiterhin die bei ihnen bekannten Götzen wie al-Lat, al-'Uzza und Manat angebetet, wäre es unvorstellbar, dass die Muslime so jemanden als Muslim angesehen hätten.
Gemäß der Aussage des oben besprochenen Verses wussten sie, dass die Bruderschaft in der Religion an das Ablassen vom Shirk geknüpft ist: Wenn sie dann taubah machen … sind sie eure Geschwister im Din.
Fußnoten
- Im Arabischen wird das zuvor erklärte Verb akhlasa im Plural verwendet, also akhlasu. Hier wird also wiederum der Ikhlas als Bedingung für den Eintritt in den Islam vorausgesetzt. ↩