Islamrechtliche Betrachtungen - Islamisches Leben und islamische Erziehung in westlichen Ländern
Aus genau diesen Gründen haben die muslimischen Rechtsgelehrten von Anbeginn die Rechtsfrage behandelt, ob bzw. unter welchen Bedingungen Muslime in nicht-islamischen Gesellschaften leben dürfen.
Wer Kinder in diesen Gesellschaften großgezogen hat und sich selbst und seine Kinder ehrlich betrachtet, der wird im Regelfall sehen, dass ebendiese negativen Effekte, vor denen die Rechtsgelehrten gewarnt haben, in ihren eigenen Familien deutlich sichtbar sind. Wem seine Kinder nicht entzogen wurden, der hat sie meistens durch die Umstände in diesen Ländern und durch die eigene Unfähigkeit zu einer vernünftigen Erziehung verloren.
Respektlosigkeit und Rebellion der Kinder gegen ihre Eltern sind nach westlichem - und vor allem nach europäischem - Verständnis eine völlig natürliche und quasi unvermeidliche Erscheinung. Und genau das sehen dann auch muslimische Familien, wenn sie die Erziehung ihrer Kinder in solchen Ländern dem Staat überlassen.
Die Leute reden sich über Jahre und Jahrzehnte ein, dass sie das alles schon regeln können. Wie in allen anderen Bereichen des islamischen Wissens auch, glauben sie, für alles gut genug und vor allem wissend genug zu sein. Tatsächlich sind die Fähigkeit und das Wissen derart minderwertig, dass diese Leute viel weiter davon entfernt sind, mit solchen Problemen umgehen zu können, als sie auch nur annähernd ahnen.
Ein erster Schritt des Verständnisses und der Bewusstseinsbildung bei Muslimen sollte sein, zu verstehen, dass Allah die Richtlinien für Recht und gutes Verhalten nicht ohne Sinn geoffenbart hat. Und sie sollten verstehen, dass die frühen Gelehrten über diese Inhalte viel mehr Wissen und Verständnis hatten, als die Menschen der Gegenwart.
Dies ist ein weiterer von vielen Punkten, der die Notwendigkeit zeigt, den Islam gemäß dem Verständnis der frühen Muslime zu erlernen. Möge Allah uns und den Muslimen insgesamt dies ermöglichen. Amin.
Wallahu a'lam - Und Allah weiß es am besten