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Weitere Anmerkungen zur Unterlassung des Gebets und zum erwähnten Konsens

Volltext-Kapitel aus der Schrift Tarku s-Salah – Die Unterlassung des Gebets · Als PDF lesen

Zuvor wurde gezeigt, dass Ishaq ibnu Rahawaih den Konsens überlieferte, dass die Unterlassung des Gebets Kufr ist, welcher den Menschen aus dem Islam befördert - also der große Kufr (al-Kufru l-akbar). Überliefert wurde diese Aussage von Ishaq im Buch Ta'dhimu Qadri s-Salah von Muhammad ibnu Nasr al-Marwazi.

Jedoch soll hier darauf hingewiesen werden, dass es durchaus überlieferte Aussagen von anderen Gelehrten der Salaf gibt, die darin einen anderen Standpunkt beziehen. Dennoch hat der oben erwähnte Konsens in der Aussage von Ishaq ein großes Gewicht.

Von den Gefährten des Propheten صلى الله عليه وسلم wird zudem mehrfach überliefert, dass die Unterlassung des Gebets großer Kufr ist … und es wird von ihnen keine andere Meinung überliefert.

So wird dies z. B. sehr deutlich in einem bekannten Bericht, der von Umar ibnu l-Khattab رضي الله عنه überliefert wird, als dieser noch am Sterbebett sagte:

‌... لَا ‌حَظَّ ‌فِي ‌الْإِسْلَامِ لِمَنْ تَرَكَ الصَّلَاةَ

„… (Es gibt) keinen Anteil am Islam für jemanden, der das Gebet lässt.“

Danach heißt es in der Überlieferung noch:

فَصَلَّى عُمَرُ، وَجُرْحُهُ يَثْعَبُ دَمًا

„Daraufhin betete Umar während aus seiner Wunde das Blut strömte.“

Dies überliefert Malik in al-Muwatta', Ibnu Abi Schaibah im Musannaf und - neben anderen - auch Muhammad ibnu Nasr al-Marwazi.

Trotzdem soll nicht unerwähnt bleiben, dass manche Gelehrte der Salaf danach eine andere Meinung vertraten und dabei offensichtlich nicht im Bewusstsein über einen Konsens diesem vorsätzlich zuwiderhandelten.

Diese Angelegenheit ist eine große Thematik, die vor allem seit vielleicht einem Jahrzehnt mehr oder weniger heftig von einigen Leuten diskutiert wird.

Manche Leute wollen es gar so darstellen, dass jede Aussage von den Salaf, die eine andere Ansicht wiedergibt, nicht authentisch wäre. Hier kann darauf nicht näher eingegangen werden, aber es soll zumindest gesagt sein, dass diese Darstellung ziemlich abwegig ist.

Es ist hier z. B. zu erwähnen, dass gerade al-Marwazi, der den Konsens von Ishaq überlieferte, im selben Buch durchaus auch die anderen Aussagen anführt und bespricht – wobei er selbst diese andere Ansicht nicht teilt, sie aber diskutiert.

Ebenso abwegig ist übrigens die Darstellung, dass nur al-Marwazi von einigen der Salaf überliefert, dass sie den Tariku s-Salah nicht als Kafir betrachten. Auch wenn hier wie gesagt nicht weiter auf die Details eingegangen werden kann.

Schließlich ist hier noch erwähnenswert, dass es auch einige Texte gibt, die auf eine Detailfrage hindeuten. Dabei geht es um die Frage, ob jemand, der ein einzelnes Gebet unterlässt, als ein Tariku s-Salah angesehen wird, oder erst dann, wenn die Person das Gebet mehrheitlich unterlässt.

Wie gesagt: Dass von manchen frühen Gelehrten solche Dinge überliefert werden bzw. manchmal auch zwei verschiedene Ansichten vom selben Gelehrten, ändert nichts daran, dass man letztlich die Frage selbst betrachten muss, um sich in so einem Fall ein Urteil zu bilden. Und die Tatsache, dass von den Sahabah nichts anderes überliefert wird, als dass der Tariku s-Salah ein Kafir ist, spricht eine überaus deutliche Sprache.

Wallahu a'lam ... und Allah weiß es am besten.