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Die Entwicklungen der letzten Jahrzehnte im deutschsprachigen Raum und der islamischen Welt im Allgemeinen (Zusammenfassung)

Worum geht es in Die Entwicklungen der letzten Jahrzehnte im deutschsprachigen Raum und der islamischen Welt im Allgemeinen?

Im deutschsprachigen Raum wie auch weltweit gab es in den letzten Jahrzehnten eine starke Entwicklung im Verständnis des Islam – eine Entwicklung, deren Wurzeln bereits ein Jahrhundert oder länger in der islamischen Welt insgesamt zurückreichen. Ausgehend von einem Vergleich der heutigen Situation im deutschsprachigen Raum mit jener vor 30 Jahren werden die enormen positiven Fortschritte in der islamischen Geistesbildung nachgezeichnet, die vor allem durch die Rückbesinnung auf die Salaf (die frühen, rechtschaffenen Generationen – und im Besonderen ihre Gelehrten) und die Grundlagen des Tauhid (islamischer Monotheismus) und des Shirk (Polytheismus, Beigesellung) ermöglicht wurden.

Im Zentrum steht die Herkunft und Verbreitung der zentralen Aussage, dass ein Mensch, der Shirk akbar (den großen, tatsächlichen Polytheismus, der den Islam einer Person von Grund auf ungültig macht) begeht, unmöglich ein Muslim sein kann – im Unterschied zum kleinen Shirk (Shirk asghar), der keinen tatsächlichen Polytheismus darstellt. Anhand der Personen Abu Maryam al-Kuwaiti und Ahmad al-Hazimi wird gezeigt, dass dieser wie auch andere zentrale Gedanken der deutschsprachigen Salafiyyah-Szene keine Erfindung Einzelner, sondern Teil einer globalen, in der arabischen Welt entstandenen und über Jahrhunderte gewachsenen Entwicklung sind. Ergänzend werden Fehlverständnisse, unehrlicher Umgang mit Kritik sowie einzelne Streitfragen angesprochen – die Anzeichen des Islam einer Person, der Umgang mit dem Hukm (Urteil bzw. Rechtsprechung) und Tahakum (der Anrufung eines Gesetzes zur Streitschlichtung) sowie das Erbitten der Shafa'ah (Fürsprache) von Lebenden.

Kernaussagen von Die Entwicklungen der letzten Jahrzehnte

Inhaltliche Gliederung des Buches

  1. Einleitung: Rückblick auf die positiven Entwicklungen des islamischen Verständnisses im deutschsprachigen Raum der letzten Jahrzehnte und Zielsetzung der Schrift.
  2. Die zentrale Aussage, von der alles ausging – Wer Shirk akbar begeht, kann kein Muslim sein: Herkunft und geschichtliche Verbreitung dieses Grundsatzes seit Muhammad ibnu 'Abdi l-Wahhab bis zu zeitgenössischen Vermittlern wie 'Aliyy al-Khudair und Abdullah al-Ghunaiman.
  3. Abu Maryam: Einordnung seiner tatsächlichen, begrenzten Rolle in der Entwicklung.
  4. Die Rolle von Ibnu Taimiyyah: sein grundlegender Einfluss auf die gesamte heutige Salafiyyah, einschließlich jener Kreise, die sich ausschließlich auf die Salaf berufen.
  5. Ahmad al-Hazimi: einleitende Anmerkungen zu den Beweggründen der Stellungnahme, ausführliche Antwort auf Fragen zu seiner Methode – u. a. Usul al-Fiqh, Mantiq und der Verzicht auf die Aussagen der Salaf – sowie die daraus resultierenden Konsequenzen.
  6. Einzelne Fragestellungen und die große Unehrlichkeit im Umgang damit: Sündenbock-Psychologie in der deutschsprachigen Szene sowie die Fragen der Länder (Diyar) und der Anzeichen des Islam, des Hukm und Tahakum, und des Erbittens der Shafa'ah von Lebenden.
  7. Abschluss: zusammenfassende Ermahnung zu mehr Ehrlichkeit und Zurückhaltung sowie Bitte um Rechtleitung.

Zentrale Begriffe (Glossar)

Al-'udhr bi-l-Jahl
Die Entschuldigung durch Unwissenheit — ein berechtigter Grundsatz der islamischen Theologie und in bestimmten Bereichen ein Schutz vor dem Takfir, jedoch nicht allgemein und uneingeschränkt anwendbar.
'Aqidah
Die islamische Glaubenslehre.
Bid'ah / Mubtadi'
Eine religiöse Neuerung, die im Islam keine Grundlage hat; wer sie vertritt, wird Mubtadi' genannt.
Da'wah
Verkündung des Islam.
Fatwa
Ein auf einen konkreten Fall angewandtes religionsrechtliches Urteil; darf nur von hinreichend Kundigen erteilt werden.
Ghuluww
Übertreibung, insbesondere im religiösen Urteil oder in der Verehrung einer Person.
Hukm / Tahakum
Hukm bezeichnet ein religionsrechtliches Urteil bzw. eine Rechtsprechung, Tahakum das Anrufen eines Gesetzes oder einer Instanz zur Streitschlichtung (im Buch: die Frage, ob dies bei einem anderen Gesetz als der Shari'ah aus dem Islam hinausführt).
Manhaj
Methodisches Vorgehen bzw. Weg der religiösen Urteilsfindung.
Mantiq
Sprachlich „Sprache" (Qur'an 27:16); im heutigen Sprachgebrauch meist in der Bedeutung von Logik bzw. islamischer Philosophie verwendet.
Muta'akhirun
Die späteren Gelehrten der islamischen Geschichte, im Unterschied zu den frühen Generationen der Salaf.
Salaf
Die frühen, rechtschaffenen Generationen – und im Besonderen ihre Gelehrten.
Shafa'ah
Fürsprache; die zentrale Rechtfertigungstheorie des vorislamischen arabischen Shirk.
Shirk
Polytheismus, Beigesellung; die Zuschreibung von Anbetung oder göttlichen Eigenschaften an ein Wesen neben Allah. Gegensatz zu Tauhid.
Shirk Akbar / Shirk Asghar
Der große, tatsächliche Polytheismus (Shirk Akbar), der den Islam einer Person von Grund auf ungültig macht, im Unterschied zum kleinen Shirk (Shirk Asghar), der keinen tatsächlichen Polytheismus darstellt.
Takfir
Das Urteil, dass eine Person Kafir (kein Muslim) ist.
Tauhid
Islamischer Monotheismus; die Lehre von der Einheit Gottes, Allah zu „Einem" machen in Schöpfertum, Namen/Eigenschaften und Anbetung.
Usul al-Fiqh
Die Wissenschaft der Grundlagen und Methodik der islamischen Rechtsableitung.

Methodik und Quellen

Die Darstellung verfährt als persönliche, historisch einordnende Stellungnahme, die eigene Erfahrungen und Beobachtungen aus über zwei Jahrzehnten Auseinandersetzung mit der Thematik mit Aussagen und Schriften arabischsprachiger Gelehrter und Schuyukh der Salafiyyah-Szene abgleicht. Herangezogen werden u. a. Schriften von Muhammad ibnu 'Abdi l-Wahhab, Ar-Risalah al-mutammimah und Al-Haqa'iqu fi-t-Tauhid von 'Aliyy al-Khudair sowie Al-'Udhru bi-l-Jahl tahta l-mijhari sh-shar'i von Abu Yusuf Al Farraj, ergänzt um kritisch eingeordnete Aussagen zeitgenössischer Schuyukh wie Ibnu 'Uthaimin, al-'Alwan und at-Tarifi. Mehrfach wird auf die ausführlicheren Werke Die Lehre des Monotheismus, Das islamische Glaubensbekenntnis und Wer nicht nach dem richtet, was Allah herabgesandt hat … verwiesen, in denen die jeweiligen Einzelfragen vertieft behandelt werden.

Für wen ist Die Entwicklungen der letzten Jahrzehnte im deutschsprachigen Raum und der islamischen Welt im Allgemeinen relevant?

Das Buch richtet sich an deutschsprachige Muslime, die sich mit Geschichte und Hintergründen der Salafiyyah-Szene im deutschsprachigen Raum sowie den Entwicklungen rund um Personen wie Abu Maryam al-Kuwaiti und Ahmad al-Hazimi auseinandersetzen möchten, sowie an Leser, die bereits mit den Grundlagen des Tauhid und Shirk vertraut sind und die Hintergründe wiederkehrender Streitfragen wie dem Umgang mit dem Hukm und Tahakum oder blinder Gelehrtenverehrung besser verstehen wollen. Vorkenntnisse aus den anderen genannten Büchern des Verfassers werden empfohlen.

Weiterführende Inhalte


Quellenverzeichnis

Sortiert nach Sterbedatum (zuerst nach der Hijrah-Zeitrechnung, danach nach christlicher Zeitrechnung).