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Die Formen des Shirk entsprechend der Einteilung des Tauhid

Der Polytheismus · Volltext-Kapitel aus dem Buch Die Lehre des Monotheismus · Als PDF lesen

Wie bereits in einem eigenen Kapitel erklärt wurde, lassen sich beim Tauhid drei Formen bzw. Bereiche erkennen, und zwar Allah سبحانه وتعالى zu Einem zu machen in:

Ebenso wurde bereits erläutert, dass es sich beim Polytheismus um den Gegensatz zum Tauhid handelt. Der Shirk ist eine Zuwiderhandlung zum Monotheismus in seinen oben beschriebenen Formen. Demgemäß kann sich auch der Polytheismus in den drei obengenannten Bereichen ereignen. Den verschiedenen Kategorien des Tauhid stehen also jeweils die entsprechenden Kategorien des Shirk gegenüber.

Wie zuvor schon angesprochen wurde, hatte sich der Shirk unter den Arabern vor allem im Bereich der Anbetung stark ausgebreitet. Für die damaligen Araber war es gängig, diverse Götzen für ihre Bedürfnisse anzurufen. Dies löste in ihren Herzen eine starke Verbundenheit zu diesen Götzen aus, weshalb sie verschiedene starke Emotionen mit ihnen verbanden, sie liebten und fürchteten.

Der Koran verdeutlicht an zahlreichen Stellen, dass ebendiese Anrufung, Hilfeersuchung, gottesdienstlichen Handlungen und Emotionen dem Schöpfer der Menschen vorbehalten sind. Aus diesem Grund konzentrierte sich auch die Botschaft aller Propheten عليهم السلام stets auf den Bereich der Anbetung.

Dies bedeutet jedoch nicht, dass die Araber im Bereich der Rububiyyah keinen Shirk begingen. Vielmehr wird im Koran auch mehrfach beschrieben, dass unter den vorislamischen Arabern durchaus auch der Shirk in der Rububiyyah vertreten war, auch wenn dies nicht auf alle Götzendiener im gleichen Maße und in derselben Art zutraf.

Das eben Gesagte zeigt auch den klaren Fehler in der Aussage, die Araber hätten „die gesamte“ Rububiyyah Allahs voll und ganz verstanden und ihr nicht zuwidergehandelt. Diese Formulierung deckt sich nicht mit den historischen Fakten und auch nicht mit den zahlreichen Schilderungen im Koran, weshalb sie unterlassen werden sollte – wa-llahu a'lam/und Allah weiß es am besten.

Es gab einige Araber, die Allah z. B. angebliche Töchter beigesellten, jedoch war dies nicht der Glaube aller, sondern nur einiger Araber. Ebenso begingen die Araber Shirk im tashri', also in der Gesetzgebung, als sie ohne Anlehnung an irgendeine Offenbarung eigene Riten festlegten und diese als Religion der Menschen definierten bzw. sie dem Din Allahs zuschrieben. Über diese letztgenannte Form des Shirk bei den Arabern wird z. B. in der sechsten Sure des Koran, Sure al-An'am, vermehrt berichtet.

Was diesen Shirk in der Rububiyyah betrifft, so ist er im Vergleich relativ deutlich erkennbar, sobald er in klaren Aussagen und Taten geäußert wird. Die Gleichstellung eines Geschöpfes mit dem Schöpfer in diesen Belangen ist meist ziemlich deutlich durch ausgedrückte Glaubensinhalte ersichtlich.

Betrachtet man alle Ausrichtungen der vorislamischen Araber im Detail, so kann man auch bei ihnen fast alle Formen des Shirk in der Rububiyyah finden, aber wie erwähnt war nicht jede Form davon bei allen Arabern vorzufinden.

Die Allgemeinheit der Araber betete die Götzen an, glaubte aber nicht, dass diese etwas aus dem Nichts erschaffen könnten oder irgendwelche göttlichen Eigenschaften dieser Art hätten.

Dennoch wird es aus den islamischen Quellen ziemlich deutlich, dass die damaligen Götzendiener bezüglich ihrer Götzen häufig einen gewissen Glauben und diverse Überzeugungen hatten – auch wenn diese Überzeugungen im Allgemeinen vom eben erwähnten Maß des Erschaffens und Ähnlichem deutlich entfernt waren.

Die einzigen Araber, die sich diesem Götzendienst nicht hingaben, waren – neben einigen zum Juden- und Christentum konvertierten Arabern – die bereits erwähnten hunafa', die tatsächlichen Anhänger des von Ibrahim/ Abraham عليه السلام gelehrten Monotheismus. Die hunafa' waren also keine Mushrikun, sondern Muslime.