Über die Bedeutung des Islam
فِي بَيَانِ مَعْنَى الْإِسْلَامِ مِنَ الْكِتَابِ وَالسُّنَّةِ وَأَقْوَالِ السَّلَفِ
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Arabische Ausgabe als PDF (214 Seiten)Erschienen: 1442 n. H. 2. Ausgabe: 1448 n. H.
Arabischer Volltext zum Online-Lesen
Druckfassung in Schwarz-Weiß
Über die Bedeutung des Islam – aus dem Qur'an, der Sunnah und den Aussagen der Salaf liegt auf Arabisch vor. Hier stehen die Eckdaten des Buchs, ein Vergleich mit der deutschen Ausgabe und die Kapitel. Das Vorwort ist vollständig ins Deutsche übersetzt, dazu einige wichtige Hinweise aus dem Schlusswort des Buchs. Diese Beschreibung wird auch in allen anderen Sprachen der Webseite zur Verfügung gestellt.
Das Buch auf einen Blick
- Ausgabe: Zweite, stark überarbeitete und erweiterte Ausgabe, 1448 n. H. (2026); erste Ausgabe 1442 n. H. (2020). Dem Buch gingen kürzere Fassungen voraus; wie das Buch entstanden ist, beschreibt das übersetzte Vorwort. Neben der farbigen Ausgabe gibt es eine Druckfassung in Schwarz-Weiß.
- Aufbau: Vorwort, Kapitel mit ihren Abschnitten, Schlusswort mit fünf weiterführenden Fragen, fünf Verzeichnisse. Die zitierten Texte sind vom übrigen Text abgesetzt und durchnummeriert.
- Quellen: Zitiert werden bewusst nur frühe Gelehrte. Das zeigt auch das Verzeichnis der zitierten Verfasser: Es nennt 67 Verfasser, der letzte von ihnen, ad-Diya' al-Maqdisi, starb 643 n. H.
Vergleich mit der deutschen Ausgabe
Das deutsche Buch Die Lehre des Monotheismus (Volltext) ist aus diesem Buch hervorgegangen. Die arabische Ausgabe ist in vielem ausführlicher:
- Mehr Belege: Zu den einzelnen Punkten werden mehr Ayat, Hadithe und Aussagen der frühen Gelehrten angeführt.
- Ausführlicher Takhrij: Bei vielen Texten wird angegeben, wo und in welchen Fassungen sie überliefert sind; die verschiedenen Überlieferungen eines Textes werden also aufgeschlüsselt.
- Sprachliche Erklärungen: Viele Wörter werden aus den Werken der frühen Sprachgelehrten erklärt. Auch hier wurde darauf geachtet, möglichst nur frühe Autoren heranzuziehen. Dabei wird auch auf die Lesarten des Qur'an hingewiesen, die ebenfalls aus möglichst frühen Quellen angeführt werden.
- Zusätzliche und ausführlichere Kapitel:
- Was Schirk eigentlich ist: Ausführlicher behandelt das Buch die Behauptung mancher, Schirk gebe es nur in der Rububiyyah: Wer Verstorbene bloß um etwas bitte, begehe keinen Schirk, solange er nicht glaubt, dass der Angerufene unabhängig von Allah etwas gibt. Das Buch zeigt dagegen, dass schon die Anbetung eines anderen neben Allah der Schirk ist, und dass eine Sache in Schari'ah und Sprache nach dem Wichtigsten an ihr benannt wird (Kapitel 3, Abschnitte 6 und 7; Kapitel 14, Abschnitt 7).
- Das Wissen über Allah und Seinen Tauhid als das beste Wissen (Kapitel 1)
- Der Rang von „La ilaha illa Allah“ in der Religion: Der Tauhid als Grundlage des Islam und die Bedingungen der Schahadah (Kapitel 4)
- Das Recht Allahs gegenüber den Dienern und die Hunafa' vor der Entsendung des Propheten صلى الله عليه وسلم, mit dem Hadith von 'Amr ibnu 'Abasah (Kapitel 9)
- Wie die Muschrikun unter Arabern und Nichtarabern die Bedeutung der Schahadah kannten, unter anderem mit den Geschichten von Abu Talib, Heraklius und an-Najaschi; mit 14 Abschnitten das längste Kapitel (Kapitel 10)
- Der Islam als Religion aller Propheten (Kapitel 11)
- Die Fitrah und der Bund (Mithaq), den Allah den Menschen abgenommen hat (Kapitel 13)
- Außerdem einzelne Abschnitte in anderen Kapiteln: Wie 'Ali رضي الله عنه den Islam annahm (Kapitel 2), der Hadith von Salman al-Farisi رضي الله عنه (Kapitel 16; ausführlich erklärt in einer eigenen Schrift), die Befragung durch die beiden Engel im Grab und dass man einem Kind als Erstes den Glauben an Allah und das Verwerfen des Taghut beibringt (Kapitel 17)
- Vollständige Vokalisierung: Die arabische Ausgabe ist durchgehend vokalisiert, nach einem eigenen System. Die angeführten Texte, also Hadithe und Aussagen der Gelehrten, sind voll vokalisiert, die Ayat stehen im Rasm des Mushaf. Im eigenen Text steht nur, was zum richtigen Lesen nötig ist: die Wortendungen, die den I'rab zeigen, jede Schaddah, die Unterscheidung von Wörtern wie مِن und مَن, Stellen, die man sonst verschieden lesen könnte (etwa Aktiv und Passiv), dazu Namen und erklärte Wörter vollständig. So bleibt das Schriftbild ruhig und nicht überladen, und doch ist eindeutig, wie der Text zu lesen ist.
- Wissenschaftliche Verzeichnisse:
- Ayat und Tafsir der Salaf: Die Ayat in der Reihenfolge des Mushaf, darunter jeweils die Salaf, deren Tafsir zu der Ayah angeführt ist, nach ihrem Todesjahr geordnet
- Hadithe: Alphabetisch nach ihrem Anfang, mit dem Sahabi, der sie überliefert
- Athar: Die Aussagen der Salaf, die bis 200 n. H. starben, nach ihrem Todesjahr geordnet
- Quellen: 91 Werke, getrennt nach Tafsir, Lesarten und Überlieferungswerken einerseits und Wörterbüchern und Sprachwissenschaft andererseits, nach dem Todesjahr der Verfasser geordnet, jeweils mit der verwendeten Ausgabe
- Zitierte Verfasser: Nach ihrem Todesjahr geordnet
Die deutsche Ausgabe enthält dafür Teile, die dem deutschen Leser helfen: eine Einführung in die Rolle der Überlieferung in den Religionen, mit einem Vergleich zu Judentum und Christentum, und in die Quellen des Islam; Erklärungen grundlegender Begriffe, etwa der Einteilung des Tauhid; ein Kapitel über fehlerhafte Methoden der Beweisführung, unter anderem zu den Hadithen über dhatu anwat und über Mu'adh, auf die das arabische Buch nur hinweist, weil sie eigens zu beantworten sind; dazu ein Vorwort über rechtliche Fragen im deutschsprachigen Raum, eine Umschrift-Tabelle, ein Glossar und ein Autorenverzeichnis.
Übersetzung des arabischen Vorworts
Alles Lob gebührt Allah, und Segen und Frieden seien auf dem Gesandten Allahs, seiner Familie, seinen Gefährten und allen, die zu ihm halten. Sodann:
Dies ist eine Schrift über die Bedeutung des Islam. Ich habe mich darin auf die Texte des Qur'an und der Sunnah beschränkt und auf die Aussagen der Salaf, die helfen, diese Texte zu verstehen. Aus ihnen geht klar hervor, dass der Islam darin besteht, Allah allein anzubeten und Ihm nichts beizugesellen in dem, was allein Ihm zukommt سبحانه وتعالى: in Seiner Rububiyyah, in Seinen Namen und Eigenschaften und in Seiner Uluhiyyah. Ebenso geht aus ihnen hervor, dass der Islam die Religion Ibrahims ist, die Hanifiyyah, dass er die Religion aller Propheten und Gesandten ist عليهم السلام und dass er bedeutet, an Allah zu glauben und den Taghut zu verwerfen.
Heute ist die Bedeutung des Islam vielen Menschen unklar geworden. Die einen übertreiben und werfen Muslimen Kufr und den Austritt aus der Religion vor; andere zählen zum Islam, wer seine Bedeutung nicht verwirklicht. Mit den Belegen in diesem Buch sollen deshalb zwei Dinge klar werden: Wer die Bedeutung des Islam verwirklicht und nichts begeht, was ihr widerspricht, der ist Muslim, mit allen Rechten und Pflichten eines Muslims. Wer dagegen Allah durch den großen Schirk etwas beigesellt und bei dem dieser Schirk tatsächlich vorliegt, der ist in keiner Weise Muslim – es sei denn, er bereut ihn und lässt davon ab. Das gilt nicht für den kleinen Schirk und nicht für Aussagen und Taten, die verschieden verstanden werden können.
Manche Gelehrte haben dies in einem einzigen Satz zusammengefasst, über den man nachdenken sollte: „Der Islam und der Schirk sind völlige Gegensätze. Sie kommen niemals zusammen.“ Dabei macht es keinen Unterschied, ob jemand, der den großen Schirk begeht, sich zum Islam zählt oder ob er zu den übrigen Muschrikun gehört. Denn wie kann „La ilaha illa Allah“ verwirklichen, wer sich zwei Angebetete nimmt und Allah in der Anbetung Teilhaber gibt?
Dem Muschrik, wer er auch sei, fehlen also vier Dinge:
- die Wirklichkeit des Islam,
- der Name des Islam,
- die gesetzlichen Bestimmungen, die für Muslime im Diesseits gelten,
- die gesetzlichen Bestimmungen, die für Muslime im Jenseits gelten.
Diese Tatsachen haben heute viele Menschen aus dem Blick verloren. Deshalb ist es weit verbreitet, verschiedenen Arten von Muschrikun den Islam zuzusprechen, so weit, dass man den der Übertreibung bezichtigt, der über sie so urteilt, wie Qur'an und Sunnah es verlangen.
Wer diesem Grundsatz widerspricht, tut das auf verschiedene Weise: Manche sprechen bestimmten Muschrikun den Islam in jeder Hinsicht zu, andere sprechen ihnen nur einen Teil dieser Bestimmungen ab. Wir müssen diesen Grundsatz daher aus seinen Quellen heraus prüfen und fest begründen.
Aus diesem Grundsatz ergeben sich in weiterer Folge wichtige Fragen, die man jede für sich besprechen sollte, nachdem der Grundsatz selbst geklärt ist. Die erste ist die Frage, was Schirk eigentlich ist, mit der Behauptung mancher, Schirk gebe es nur in der Rububiyyah: Wer Verstorbene bloß um etwas bitte, begehe keinen Schirk, solange er nicht glaubt, dass der Angerufene unabhängig von Allah, dem Erhabenen, etwas gibt. Darauf bin ich an mehreren Stellen dieses Buchs eingegangen.1
Zu diesen Fragen gehören außerdem die Hadithe über die Leute der Fatrah und ihre Prüfung, die Frage, wann die Hujjah gegen jemanden erbracht ist, und das Urteil über den, der bestimmte Muschrikun für Muslime erklärt, obwohl er ihren Zustand genau kennt. Auf sie bin ich eingegangen, soweit sie mit dem Grundsatz zusammenhängen.2
Dasselbe gilt für die Einwände, die gegen diesen Grundsatz vorgebracht werden. Sie sind zahlreich und entstehen fast alle daraus, dass man dem Mehrdeutigen in den Texten und in den Aussagen der Gelehrten folgt: etwa wenn man aus dem Hadith über dhatu anwat und dem Hadith, in dem sich Mu'adh ibnu Jabal vor dem Propheten صلى الله عليه وسلم niederwarf, ableitet, wer in den großen Schirk gefallen ist, könne dennoch Muslim sein; oder wenn man Aussagen einzelner Gelehrter zu einem Beweis an sich macht und damit dem widerspricht, was Qur'an und Sunnah belegen. Für die Aussagen der Gelehrten braucht es Belege, sie sind nicht selbst der Beleg. Auch auf diese Einwände muss eigens geantwortet werden. Ich bin hier bewusst nicht auf sie eingegangen, denn zuerst wird der Grundsatz aus seinen eindeutigen Belegen festgestellt, und danach wird das Mehrdeutige auf ihn zurückgeführt.
Im Schluss habe ich diese Fragen etwas ausführlicher dargelegt. Sie sind alle wichtig, doch man sollte sich ihnen erst zuwenden, nachdem der Grundsatz besprochen ist, aus dem sie sich ergeben. Vielen Menschen fällt das Verständnis gerade deshalb schwer, weil sie diese Reihenfolge nicht beachten und die Fragen miteinander vermischen.
Die Belege für den Islam sind zahlreich und stark
Die Bedeutung des Islam, auf der diese Religion aufbaut, ist das Wichtigste, was ein Mensch lernen und wonach er handeln muss. Deshalb sind die Belege, die sie erklären, unzählbar: Sie sind sehr zahlreich, stützen einander und waren den Muslimen der ersten Zeit wohlbekannt. Was davon im Buch Allahs steht, ist die Grundlage; darin liegt die klare, deutliche Erklärung. Die Hadithe gehören fast alle zum Stärksten, was mit Überlieferungskette überliefert ist; die Gelehrten des Hadith haben sie angenommen und als Beweis anerkannt. Werden in diesem Zusammenhang außerdem Aussagen der Salaf zum Tafsir und Ähnliches angeführt, deren Überlieferungskette leicht schwach ist, so dienen sie nur dazu, dem Leser den feststehenden Grundsatz zu verdeutlichen und zu bekräftigen, nicht dazu, ihn zu begründen. Denn der Grundsatz des Islam ist nicht darauf angewiesen, durch solche Überlieferungen belegt zu werden; das sollte man verstehen.3 Dasselbe gilt für Aussagen, die angeführt werden, um Bedeutungen der arabischen Sprache zu erklären oder um zu zeigen, dass das, was dieses Buch über die Bedeutung des Islam darlegt, auch alle anderen festgehalten haben, die sich in jener Zeit mit dem Wissen beschäftigten.
Wie dieses Buch entstand
Am Anfang dieses Buchs stand vor über zwanzig Jahren eine Schrift von wenigen Seiten. Ich schickte sie an einen ägyptischen Schaikh, um ihn auf einige Punkte zur Wirklichkeit von Islam und Schirk hinzuweisen, die manchen Menschen unklar geworden sind. Dann wurde die Schrift erweitert, bis daraus ein Buch wurde. In all diesen Phasen war mir wichtig, die Belege aus Qur'an und Sunnah zu sammeln und mich auf sie zu stützen, bis ich mich entschloss, jedem Beleg beizufügen, was die Salaf dieser Ummah dazu erklärt haben; denn sie hatten ein gefestigtes Wissen über Qur'an und Sunnah und die Sprache der Araber, wie es nach ihnen niemand mehr erreicht hat, wer es auch sei.4 So erschien das Buch in seiner ersten Ausgabe, unter Zeitdruck und in schwierigen Verhältnissen. Kurz danach nahm ich mir vor, es zu überarbeiten, doch das war mir jahrelang nicht möglich, bis Allah es mir durch Seine Gunst ermöglichte, dies in der vorliegenden Ausgabe nachzuholen.
In dieser Ausgabe haben sich Satz und Gestaltung stark verändert, und das Buch wurde vielfach überarbeitet: Die zitierten Texte wurden mit ihren gedruckten Quellen abgeglichen, und an manchen Stellen wurden Belege ergänzt, in der Hoffnung, dass dieses wichtige Thema der Genauigkeit und Sorgfalt, die es verdient, näherkommt. Am Ende kamen Verzeichnisse hinzu, damit der Nutzen vollständig ist.
Vorgehen im Buch
Beim Zitieren habe ich mich auf die Ausgaben gestützt, die in al-Maktabah asch-Schamilah vorliegen, damit der Leser leicht nachschlagen kann. Band-, Seiten- und Hadithnummern habe ich nicht angegeben, weil sie von Ausgabe zu Ausgabe verschieden sind; den Text findet man dort, indem man nach seinem Wortlaut sucht. Gibt es von einem Werk mehrere Ausgaben, habe ich die genommen, die bei den Kennern im Allgemeinen als verlässlich gilt, und sie im Quellenverzeichnis bei jedem Werk angegeben. Abweichungen zwischen den Handschriften habe ich nur erwähnt, wo sich dadurch der Sinn ändert. Steht ein Hadith in beiden Sahih-Werken von demselben Sahabi, schreibe ich nach der Quellenangabe „muttafaqun 'alaih“, das heißt: al-Bukhari und Muslim haben ihn beide überliefert, auch wenn ihr Wortlaut abweicht oder einer von ihnen einzelne Fassungen allein hat; der Wortlaut ist der der genannten Quelle. Ebenso nenne ich, was außerhalb der beiden Sahih-Werke mit demselben oder ähnlichem Wortlaut überliefert ist, nach Möglichkeit kurz dahinter, etwa „ebenso bei …“; längere Angaben stehen in der Fußnote.
Die Überlieferungsketten habe ich der Kürze halber weggelassen; das Zitat beginnt also beim Sahabi oder bei dem, der die Aussage gemacht hat. Wo mitten im Zitat eine Überlieferungskette weggelassen ist oder nach dem Weglassen etwas übrig blieb, das verwirren könnte, stehen drei Punkte (…). Die zitierten Texte habe ich vollständig vokalisiert, meinen eigenen Text nur dort, wo man ihn falsch lesen könnte. Die Ayat sind im Rasm der uthmanischen Masahif in der Lesart Hafs nach 'Asim geschrieben; wo eine andere Lesart nötig war, im Rasm des Mushaf dieser Lesart.
Manchmal zitiere ich Leute, die in der 'Aqidah abgewichen sind, meist zur Erklärung der Sprache, weil ihre Bedeutungen in den ersten Jahrhunderten bekannt und verbreitet waren. Gelegentlich nenne ich einen von ihnen auch in einer Fußnote wegen eines Wortlauts, den es bei anderen nicht gibt. Damit erkläre ich sie weder für vertrauenswürdig, noch berufe ich mich in irgendeiner Frage der Religion auf sie.
Die Kapitel, die Abschnitte innerhalb jedes Kapitels und die vom Text abgesetzten Zitate habe ich fortlaufend nummeriert. Die Ayat sind nicht nummeriert, weil man sie an ihrer Stelle im Mushaf erkennt; wo sie im Buch stehen, zeigt das Verzeichnis der Ayat und des Tafsir der Salaf.
Das Buch enthält 172 Ayat und 212 nummerierte Texte, davon 79 Hadithe und 96 Aussagen der frühen Gelehrten zum Tafsir.
Am Ende dieses Vorworts bleibt mir nur, Allah, dem Erhabenen, dafür zu danken, dass Er mich dieses Buch hat vollenden lassen, und dann allen in meiner Familie und unter den Brüdern, die mir dabei geholfen haben; möge Allah ihnen Gutes tun und sie mit Gutem belohnen. Möge Allah auch denen Gutes tun, wie sie mir Gutes getan haben, von denen ich gelernt und Wissen gewonnen habe, das mir bei diesem oder einem anderen Buch genützt hat. Und wer von ihnen dem widerspricht, was Qur'an, Sunnah und die Aussagen der Salaf zu diesem Grundsatz und Ähnlichem festgelegt haben, so bitte ich Allah, mich und sie zum Richtigen und zum geraden Weg zu leiten. Amin.
… So viel dazu, und Allah weiß es am besten. Bei Allah, dem Erhabenen, liegen das Gelingen und das Treffen des Richtigen. Allah bitte ich um Hilfe, und Ihn rufe ich an, dass Er mir zu dem verhilft, was Er liebt und woran Er Wohlgefallen hat, dass Er dieses Buch Seinen Dienern nützlich macht und unsere Absichten aufrichtig allein Seinem edlen Angesicht gelten lässt. Amin.
Geschrieben von Abu Hamzah ibnu Musafir
Fußnoten des Vorworts
- Siehe Kapitel 3, Abschnitte 6 (Hinweis auf den wichtigen Grundsatz in Schari'ah und Sprache, dass eine Sache nach dem Wichtigsten an ihr benannt wird) und 7 (Wer sagt, Anbetung sei erst dann Schirk, wenn man in der Rububiyyah beigesellt), und Kapitel 14, Abschnitt 7 (Die Bedeutung des Wortes Schirk). ↩
- Die Hadithe über die Leute der Fatrah in Kapitel 18, das Urteil über den, der bestimmte Muschrikun für Muslime erklärt, in Kapitel 20. ↩
- Hier sei darauf hingewiesen, dass die frühen Salaf, wenn sie sich auf Hadithe und Athar beriefen, nicht nur auf die Stärke der Überlieferungskette achteten und darauf, dass sie frei von schwächenden Mängeln ist. Sie zogen vielmehr zahlreiche weitere Anhaltspunkte hinzu, die sie kannten und beherrschten. Diese übersehen heute viele, die die Bücher der Salaf in sahih und da'if einteilen, in der Annahme, die Salaf hätten die Schwächen in den Überlieferungsketten nicht gekannt, obwohl sie ihr Vorgehen selbst erklärt haben. Die Imame haben die Überlieferungsketten unterschiedlich behandelt und nicht alle gleich beurteilt: Mit dem, was zum Tafsir überliefert ist, sind sie anders umgegangen als mit Berichten über Erlaubtes und Verbotenes. Siehe in der Schrift Erklärung des Vorworts zum Tafsir von Ibnu Abi Hatim ar-Razi das Kapitel Ein Wort zu den Aussagen der Herausgeber über die Überlieferungsketten dieses Tafsir und zum Umgang der Gelehrten der Salaf mit den Überlieferungsketten des Tafsir (auf Deutsch: Der frühere Umgang mit mäßigen Schwächen in den Überlieferungen des Tafsir). Hinzu kommen die Berichte, die die Salaf angenommen haben, auf die sie sich einmütig beriefen und die zu den wichtigsten Dingen der Religion gehörten, wie die Berichte, die zur Erklärung der Bedeutung des Islam angeführt werden. ↩
- Al-Hasan al-Basri sagte über die Gefährten des Gesandten Allahs صلى الله عليه وسلم: „Sie waren in dieser Ummah die mit den reinsten Herzen, dem tiefsten Wissen und der geringsten Künstelei, Leute, die Allah für die Gesellschaft Seines Propheten صلى الله عليه وسلم erwählt hat …“ Überliefert von Ibnu 'Abd al-Barr in Jami'u Bayani l-'Ilmi wa-Fadlih. Er überliefert es auch in ähnlicher Form über Qatadah von Ibnu Mas'ud; dort heißt es: „So erkennt ihren Vorrang an und folgt ihnen auf ihren Spuren.“ Qatadah hat Ibnu Mas'ud allerdings nicht mehr erlebt. ↩
Übersetzung aus dem arabischen Schlusswort: fünf weiterführende Fragen
Im Vorwort habe ich erwähnt, dass sich aus diesem Grundsatz Fragen ergeben, die man jede für sich untersuchen sollte, so wie hier der Grundsatz untersucht wurde. Ich nenne sie hier etwas ausführlicher:
Erste Frage: Was ist Schirk eigentlich? Dieser Frage muss man sich widmen, denn mit ihr haben die Gegner den Rufern zum Tauhid widersprochen. Sie sagten ihnen etwa: „Wir erkennen an, dass der Muschrik kein Muslim ist. Doch der Schirk, der aus dem Islam hinausführt, betrifft nur die Rububiyyah; wer Verstorbene bloß um etwas bittet, begeht keinen Schirk, solange er nicht glaubt, dass der Angerufene unabhängig von Allah, dem Erhabenen, etwas gibt.“ Wie gewichtig und wichtig diese Frage ist, liegt auf der Hand. Trotzdem gilt, wie schon gesagt: Viele Menschen sind noch nicht einmal so weit, anzuerkennen, dass der große Schirk den Islam von Grund auf zerstört. Sie vermischen vielmehr beides, finden nichts dabei, sich einen „muslimischen Muschrik“ vorzustellen, und streiten dafür. Ich bin darauf in diesem Buch eingegangen und habe einige wichtige Punkte dazu genannt; die Sache braucht aber eine eigene, ausführliche Untersuchung.
Zweite Frage: Die Hadithe über die Leute der Fatrah und ihre Prüfung5 und ob die Strafe im Jenseits allein davon abhängt, dass die Hujjah der Gesandten erbracht ist. Anders gesagt: Kann jemand, den der Ruf eines Gesandten nicht erreicht hat oder der die Botschaft überhaupt nicht verstehen konnte und der verständig bzw. zurechnungsfähig und erwachsen im Schirk gestorben ist, in jener Prüfung gerettet werden?
Diese Frage sollte später untersucht werden. Ich habe sie in diesem Buch nur erwähnt, weil sie mit einem wichtigen Punkt in der Frage von Islam und Schirk zusammenhängt: Manche führen sie als Beweis dafür an, dass ein Muschrik im Diesseits als Muslim gelten könne. Darauf ist zu sagen: Nach dem Verständnis dieser Leute wären diese Hadithe sogar einer der deutlichsten Belege dafür, dass, wer im Schirk gestorben ist, im Diesseits niemals Muslim war. Denn diese Prüfung ist gar nicht für Muslime bestimmt; ein Muslim wird nach dem Konsens nicht so geprüft.
Dritte Frage: Wann ist die Hujjah erbracht? Dazu ist zu sagen: Diese Frage läuft höchstens darauf hinaus, ob dieser Muschrik zu denen gehört, die geprüft werden, oder nicht. Die Frage ist nicht, ob er Muslim war. Das sind zwei völlig unterschiedliche Dinge.
Vierte Frage: Die Ausweitung des Kreises derer, gegen die die Hujjah nicht erbracht ist. Diese Frage ergibt sich aus der vorigen. Manche weiten diesen Kreis so weit aus, dass er auch jemanden umfasst, der Arabisch kann, den Qur'an auswendig kennt und in den Städten der islamischen Welt lebt. Sie sagen, gegen ihn sei die Hujjah erst erbracht, wenn er nach langen Gesprächen mit mehreren Gelehrten verschiedener Wissensgebiete tatsächlich verstanden hat. Diese Behauptung kennen die Imame des Islam nicht.6 Doch das ist eine eigene Frage, die für sich untersucht wird; sie ändert nichts daran, dass, wer den großen Schirk begeht, nicht zugleich Muslim sein kann.
Fünfte Frage: Das Urteil über den, der bestimmte Muschrikun für Muslime erklärt, obwohl er ihren Zustand genau kennt und weiß, dass sie den großen Schirk begehen. Auch diese Frage ergibt sich aus dem Grundsatz. Man sollte ihre Fälle und Seiten mit Bedacht untersuchen und nicht übereilt urteilen. Ich habe in den vorausgehenden Kapiteln7 auf sie hingewiesen, weil sie mit dem Grundsatz zusammenhängt; sie braucht aber eine eigene Untersuchung.
Die Einwände, die gegen diesen Grundsatz vorgebracht werden, etwa mit dem Hadith über dhatu anwat und dem Hadith über die Niederwerfung Mu'adhs oder indem man Aussagen einzelner Gelehrter zu einem Beweis an sich macht, entstehen fast alle daraus, dass man dem Mehrdeutigen folgt. Sie werden eigens beantwortet, indem man alles Mehrdeutige auf die eindeutigen Belege zurückführt, die hier festgestellt wurden.
Fußnoten des Schlusses
- Siehe auch Kapitel 18. ↩
- Siehe Kapitel 10. ↩
- Siehe auch Kapitel 20 und Kapitel 10 als Ganzes, besonders Abschnitt 5 (dass alle Propheten und ihre Anhänger den Muslim vom Muschrik unterschieden und sich von den Muschrikun lossagten, mit der Ayah über das schöne Vorbild in Ibrahim und denen, die mit ihm waren, Sure al-Mumtahanah 60:4) und die folgenden Abschnitte. ↩