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Einführung

Hauptteil · Volltext-Kapitel aus dem Buch Die Lehre des Monotheismus · Als PDF lesen

Bekanntermaßen werden im Allgemeinen drei Religionen als monotheistisch bezeichnet, in chronologischer Reihenfolge sind diese das Judentum, das Christentum und der Islam. Diese drei Religionen werden auch als die sogenannten abrahamitischen Religionen bezeichnet, weil sich jede davon auf Abraham12 عليه السلام13 zurückbesinnt.

Wie aus dem Titel ersichtlich, dient das vorliegende Buch dem Zweck, das islamische Monotheismus-Verständnis – im Arabischen als Tauhid bezeichnet14 – möglichst authentisch aus den frühesten Quelltexten des Islam herauszuarbeiten.

Als primäre Lesergruppe sind in diesem Buch jene Menschen angesprochen, die bereits gewisse Vorkenntnisse über die grundlegenden Inhalte des Islam mitbringen. Interessant ist diese Thematik zum einen für Muslime, die das Fundament des Islam besser verstehen wollen und einen Zugang zu einer authentischen Lehre suchen, welche aus den frühen Quellen des Islam bezogen wird.

Zum anderen ermöglicht dieses Buch auch dem allgemein interessierten sowie dem studierenden nicht-muslimischen Leser, ein besseres Verständnis für die Monotheismus-Lehre aus Sicht der frühen islamischen Theologie zu bekommen.

Gemäß islamischer Lehre gibt es lediglich einen tatsächlichen Monotheismus. Er besteht in jener Botschaft, mit der alle Propheten عليهم السلام entsandt wurden. Bei ebendiesen Propheten handelt es sich im Allgemeinen auch um jene, die sowohl im Juden- als auch im Christentum bekannt sind und deshalb in Thora und Evangelium bzw. im Alten und Neuen Testament der Bibel Erwähnung finden.

Im Gegensatz zu den Juden ist Jesus aus Sicht der Muslime aber ein anerkannter Prophet, jedoch nicht der Sohn Gottes, wie dies wiederum viele Christen glauben, wenn auch bei weitem nicht alle.

Darüber hinaus bezeugen Muslime bekanntermaßen auch das Prophetentum von Muhammad صلى الله عليه وسلم. Der Islam hält also Noah, Abraham, Ismael, Isaak, Jakob, Josef, Moses, Jesus und Muhammad15, sowie weitere hier nicht namentlich erwähnte Persönlichkeiten, als Propheten des einen Schöpfers in ehrenvoller Erinnerung.

Kapitel dieses Abschnitts

Fußnoten

  1. Im Arabischen Ibrahim, welcher von den Muslimen „Vater der Propheten“ genannt wird.
  2. Arabisches Schriftsymbol. Zu Deutsch etwa: „Friede und Heil seien auf ihm“. Muslime erweisen allen Propheten – wie z. B. auch Abraham, Moses, Jesus und vielen anderen – ihren Respekt durch Nennung dieser oder ähnlicher Formulierungen.
  3. Es ist bei Übersetzungen ganz allgemein klarerweise nicht möglich, einen in jeder Hinsicht passenden Begriff in der anderen Sprache zu finden. Deshalb soll hier zu Beginn verdeutlicht werden, wie der Begriff Monotheismus in diesem Buch gebraucht und verstanden wird. Die Bedeutung des deutschen Wortes Monotheismus (gesprochen Mono-te-ismus) wird im Allgemeinen als „Eingottglaube“ wiedergegeben. Das Wort setzt sich aus zwei ursprünglich griechischen Begriffen zusammen, wobei „monos“ für „allein/einzig“ steht und „theos“ für Gott. Im Deutschen wird dieser Begriff seit einigen Jahrhunderten allgemein dafür verwendet, um zu zeigen, dass eine Religion frei von der Verehrung mehrerer verschiedener Gottheiten ist. Wie bei anderen Begriffen auch findet man für das Wort Monotheismus unterschiedliche Definitionen. Es ist allgemein bekannt, dass z. B. die christliche und die islamische Vorstellung bezüglich des Schöpfers der Welt und Seiner Eigenschaften in mehreren Punkten auseinandergehen – trotzdem werden beide als „Monotheismus“ bezeichnet. Die Frage ist also letztlich, wie man das Wort definiert, wenn man es gebraucht. Das primäre Ziel dieses Buches besteht darin, das islamische Monotheismus-Verständnis aus den frühesten Quellen des Islam zu erarbeiten. Wenn in diesem Buch also von „Monotheismus“ gesprochen wird, so ist damit im Allgemeinen der islamische Monotheismus gemeint, der dem arabischen Wort Tauhid entspricht. Was dieser Monotheismus tatsächlich bedeutet und wie sich diese Bedeutung aus den islamischen Quelltexten ergibt, soll in diesem Buch untersucht werden. Für diese Zielsetzung ist es also belanglos, welche weiteren Definitionen daneben bei manchen Religionsforschern und Historikern existieren. Dasselbe ist in Bezug auf den „Polytheismus“ und das arabische Wort Shirk zu sagen. Dieselbe Problematik der Übersetzung ergibt sich z.B. auch bei dem Begriff „Religion“ für das arabische Din sowie beim Wort „Gott“ – wie sich bereits an den unterschiedlichen Vorstellungen zwischen Islam und Christentum zeigte. Im vorliegenden Buch werden solche Wörter immer im Sinne des allgemeinen Begriffs verwendet oder es wird ihre Bedeutung für einen gewissen Kontext verdeutlicht. Was also der islamische „Monotheismus“, den der Koran beschreibt, und die islamische „Religion“ sind und wie sie sich von anderen Vorstellungen unterscheiden, genau das soll im Verlauf dieses Buches erschlossen werden.
  4. Im Arabischen Nuh, Ibrahim, Isma'il, Ishaq, Ya'qub, Yusuf, Musa, 'Isa und Muhammad