Zielsetzung und was mit diesem Buch nicht bezweckt wird
Abschließend sei in diesem Vorwort bekräftigt, dass mit dem vorliegenden Buch und seiner Thematik sicher nicht bezweckt ist, irgendeinen wie auch immer gearteten Aufruf zur Gewalt zu formulieren.
Dieses Buch beschäftigt sich primär mit einem Thema der Tafsir-Wissenschaft und greift dabei eine Angelegenheit auf, über die es seit langem zahlreiche – auch hitzige – Diskussionen gibt. Diese Angelegenheit ist jedoch nicht das primäre Thema dieses Buches. Es ist vielmehr ein sekundäres Anliegen des Buches, diese Diskussion abzubilden und die verschiedenen Standpunkte und Argumente zu erwähnen und sachlich zu diskutieren.
Es muss möglich sein, dass Muslime ihre eigene Theologie in dieser Weise ergründen können, auch wenn z. B. ein atheistischer Demokrat damit nicht viel anfangen kann. Jedoch ist es absurd – und rein theoretisch betrachtet übrigens auch völlig undemokratisch –, wenn man die islamische Theologie als kriminelle Gesinnung brandmarkt.
Westliche Gesellschaften, wie z. B. auch jene im deutschsprachigen Raum, werden sich überlegen müssen, ob sie diesen Schritt der Kriminalisierung weitergehen wollen. Falls ja, wäre es das Mindeste an Fairness, wenn man den Menschen wenigstens mitteilt, was nun praktisch als kriminell angesehen wird, bevor man sie für Gesinnungen verfolgt, die man ihnen rein rechtlich ausdrücklich erlaubt.
Wenn nicht einmal das mehr möglich ist, wie ich selbst es in den letzten Jahren z. B. in Österreich häufiger erleben musste, dann haben diese Regierungen die Vernunft beim Umgang mit (gewissen) Andersdenkenden abgelegt, ganz zu schweigen von den angeblichen Idealen der Demokratie und Rechtsstaatlichkeit, denen man zu folgen meint.